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Frankfurt ist die Hauptstadt der Diesel-Tanker (Symbolbild).
Fahrverbot in Frankfurt
Frankfurt

Das Dieselverbot trifft Frankfurt besonders hart

Von Ulrich Weih
09:47

Frankfurt ist die Dieselhauptstadt: 43 Prozent aller Autos, die in der hessischen Großstadt zugelassen sind, verwenden schmutzige Dieselmotoren. Von den 142.000 Diesel-Pkw, die in Frankfurt zugelassen sind, erfüllen rund 80.000 Autos nicht die Schadstoffklasse Euro 6. Dazu kommen noch einmal mindestens 35.000 Pendler, die täglich aus dem ländlichen Raum per Auto in die Stadt kommen und einen Diesel verwenden. Damit zählt Frankfurt zu den Städten, die am härtesten von einem Dieselfahrverbot betroffen sind. In keiner anderen deutschen Großstadt ist der Anteil der Diesel-Pkw so hoch wie in Frankfurt. Zum Vergleich: In Berlin liegt der Diesel-Anteil bei 26 Prozent, in Hamburg, wo es seit kurzem auch ein Fahrverbote gibt, bei 35 Prozent.   

Ein Grund für den hohen Dieselanteil in Frankfurt: Viele ansässige Unternehmen betreiben große Fuhrparks – und bei den Firmenwagen ist der Dieselanteil überdurchschnittlich hoch. Rund 70 Prozent der Fahrzeuge haben einen Dieselmotor. Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse 5 und darunter werden künftig – wenn überhaupt - nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung in Frankfurt eingesetzt werden können. Die Konsequenz ist bitter: Die meisten Frankfurter Fahrzeugbesitzer werden sich wohl von ihrem Diesel trennen müssen, auch wenn das Auto eigentlich noch gar nicht alt ist. Und bei einem Verkauf werden sie mit empfindlichen Wertverlusten leben müssen.

Übrigens: Das Fahrverbot betrifft nicht nur Diesel. Die Richter des Wiesbadener Verwaltungsgerichts haben auch entschieden, dass Benziner der Euroklasse 1 und 2 ab Februar 2019 nicht mehr in die Stadt fahren dürfen.  Dabei handelt es sich jedoch um eine vergleichsweise geringere Anzahl von Fahrzeugen als die Tausende Diesel-Pkw.   

 

 

Fahrverbot wohl in ganz Frankfurt

Eine Begrenzung des Fahrverbots auf einzelne Frankfurter  Straßen – wie zum Beispiel die Friedberger Landstraße, wo eine Luftmessstation steht – lehnt die Stadt ab. Das wäre nur eine Verlagerung des Problems, sagt die grüne Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Im Jahr 2017 wurden die Grenzwerte in 114 Frankfurter Straßen überschritten. Es müsse also flächendeckende Verbote geben, so Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).   

Angedacht ist daher ein Fahrverbot für Dieselautos in einer Zone, die der Umweltzone von Frankfurt entspricht. Zwischen den Autobahnen A3, A5 und A661 dürfen nur Fahrzeuge mit grüner Umweltplakete fahren – möglicherweise wird dies auch die künftige Sperrzone für schmutzige Diesel.  

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