© Monika Müller, FR
Die Flüchtlingsunterkunft am Alten Flughafen im Frankfurter Stadtteil Bonames.
Flüchtlinge in Frankfurt
Frankfurt

Bedarf an Flüchtlingsunterkünften steigt

Von Steven Micksch
17:12

Bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit am gestrigen Donnerstagabend hat Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) die Ausschussmitglieder über die aktuelle Unterbringungssituation von Flüchtlingen in der Stadt informiert.

Demnach werden Frankfurt zehn Menschen pro Woche neu zugewiesen. „Wir sind wieder unter besonders hohem Druck“, sagte die Dezernentin. Beim Land habe man eine Stundung der Zuweisung erreichen können. Ursprünglich sollten 15 Personen pro Woche neu zugewiesen werden. Im kommenden Jahr müsse man dadurch aber entsprechend mehr Asylbewerber aufnehmen, erklärte Birkenfeld.

Aktuell gebe es in den Unterkünften durchschnittlich 45 Auszüge im Monat. Dem gegenüber stünden 80 Neuzugänge – durch Zuweisungen, Geburten oder Familiennachzug. Der Bedarf an weiteren Flüchtlingsunterkünften steige also weiter an, so die Sozialdezernentin. Deswegen richte man zurzeit drei neue Übergangsunterkünfte ein. Die erste werde in Berkersheim auf dem ehemaligen Sportfeld Edwards entstehen und 170 Plätze bieten. Anfang 2019 rechne man damit, dort die ersten Menschen einziehen zu lassen. Die beiden anderen Projekte werde man im September der Öffentlichkeit präsentieren.

Der angespannte Wohnungsmarkt in Frankfurt erschwere es den Flüchtlingen, ein Zuhause nach der Flüchtlingsunterkunft zu bekommen. Viele verbleiben lange Zeit in den Unterbringungen. Birkenfeld machte auch deutlich, dass Unterkünfte teilweise nur befristet zur Verfügung stünden und so permanent Plätze kompensiert werden müssten. Sie appellierte an die Ausschussmitglieder in den Ortsbeiratsfraktionen, für die Dringlichkeit der Projekte und um Mithilfe zu werben. Man suche dringend nach Notlösungen. Im Herbst könne man nicht auf Zimmer in Hotels hoffen, da die Kapazitäten dann ausgelastet seien. Auch eine Auslagerung auf das Umland sei aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich, berichtete Birkenfeld.

Demnächst werden Projekte in Schwanheim in der Straße Zum Eiskeller und in Harheim Im Niederfeld bezugsfertig. Der Labsaal und die Sport- und Kulturhalle in Unterliederbach wurden bereits vor einigen Wochen als Notunterkunft wieder aktiviert.

Die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement habe inzwischen 266 Standorte geprüft, die letztendlich aber alle nicht zum Zuge kamen. Die Stadt habe sogar Anzeigen in einer Immobilien- und in Tageszeitungen geschaltet ohne dass sich ein Angebot ergeben habe.

Insgesamt habe das Land Hessen seit 2014 der Stadt rund 7300 Asylbewerberinnen und Asylbewerber zugewiesen. Davon seien 4900 Menschen noch auf die Unterbringung durch die Stadt angewiesen.

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