© Rolf Oeser, FR
Der „Seebrücke“-Aktionstag „Day Orange“ hat Eindruck bei OB Feldmann hinterlassen.
Flüchtlingspolitik
Frankfurt

Die „Seebrücke“ ist Feldmann sympathisch

Von Hanning Voigts
15:16

Mitarbeiter von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wollen sich in den kommenden Wochen mit Vertretern des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Seebrücke“ treffen, um über deren Forderungen in der Flüchtlingspolitik zu beraten. Wie Feldmanns Büroleiter Nils Bremer der Frankfurter Rundschau sagte, wolle man sich mit den Aktivisten zusammensetzen, „damit wir mal genau erfahren, was die sich vorstellen“. Noch sei kein Treffen vereinbart worden, sagte Bremer. Er hoffe aber, dass das Gespräch noch vor der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 23. August stattfinden könne.

Das Bündnis Seebrücke ist bundesweit aktiv und macht sich seit Anfang Juli mit Protestaktionen und Demonstrationen für sichere Fluchtwege in die Europäische Union, eine Entkriminalisierung privater Seenotrettung im Mittelmeer und mehr Solidarität mit Geflüchteten stark. In Frankfurt hatten sich zuletzt am vergangenen Samstag 80 Menschen bei einer Polit-Performance der Seebrücke am Brockhaus-Brunnen auf der Zeil beteiligt, bei der Aktivisten in orangenen Rettungswesten so getan hatten, als würden sie ertrinken. 

An zwei vorherigen Demonstrationen der Frankfurter Ortsgruppe des Bündnisses hatten sich einmal rund 900 und einmal etwa 500 Menschen beteiligt. Die Aktivisten fordern unter anderem, dass Frankfurt sich zu einer „sicheren Hafenstadt“ erklärt und freiwillig gerettete Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer aufnimmt.

Feldmanns Büroleiter Bremer sagte der FR, der Oberbürgermeister verfolge die Aktionen der Seebrücke weiterhin mit viel Sympathie. In der Vergangenheit hatte Feldmann sich bereits positiv über Ideen geäußert, gerettete Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufzunehmen. „Wer Menschen vor dem Ertrinken rettet, der ist kein Krimineller, sondern handelt im Sinne der Menschlichkeit“, hatte Feldmann unter anderem gesagt. Angesichts der Bilder von Menschen in Not dürfe man nicht abstumpfen und „die Werte der Humanität und Weltoffenheit nicht verraten“. 

Die Römerfraktion der Linkspartei hat inzwischen einen eigenen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, der die Forderungen der Seebrücke übernimmt. Über den Antrag könnte frühestens bei der nächsten Sitzung des Stadtparlaments Ende August beraten werden. Bremer sagte dazu, Feldmanns Büro könne der Entwicklung der parlamentarischen Debatte zu dem Thema nicht vorgreifen. 

  Zur Startseite