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Hilfe beim Älterwerden

Von Steven Micksch
14:27

Die sogenannten Foren Älterwerden gibt es in Frankfurt seit fast zehn Jahren. Dabei können sich Senioren über Themen des Älterwerdens informieren und Angebote in ihren Stadtteilen kennenlernen. Am morgigen Mittwoch möchte das Sozialdezernat der Stadt mit einem Interkulturellen Forum Älterwerden eine Zielgruppe ansprechen, die bisher nicht erreicht wurde: ältere Migrantinnen und Migranten.

„Das bisherige Format trifft nicht die, die wir auch ansprechen wollen“, sagt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Das seien beispielsweise Gastarbeiter, die in den 50er und 60er Jahren nach Deutschland gekommen seien und hier nun ihren Lebensabend verbrächten. Auch sie bräuchten häufig Rat, wenn es um Themen wie Rente oder Pflege gehe. Bisher hätten sie die Foren Älterwerden nicht genutzt, um Antworten zu erhalten.

Genau dabei soll das Interkulturelle Forum nun Abhilfe schaffen. Im Vorfeld wurden mehrsprachige Flyer erstellt und gezielt auch in Konsulaten und Migrantenorganisationen verteilt. Das Besondere am diesmaligen Forum, das am Mittwoch von 16.30 bis 19.30 Uhr stattfindet, ist, dass es Sprachvermittler geben wird. Diese wurden im Vorfeld durch die kommunale Ausländervertretung (KAV) gewonnen und sollen mögliche Sprachbarrieren abmildern.

„Je mehr Leute informiert sind, desto häufiger nutzen sie auch Angebote der Altenhilfe“, sagt Hüseyin Kurt von der KAV aus Erfahrung. Der Anteil von Ausländern und Deutschen mit Migrationshintergrund im Alter von 60 Jahren oder älter wachse tendenziell stärker, als der der Deutschen ohne Migrationshintergrund. Diese wachsende Zielgruppe mit in den Fokus zu nehmen, werde zukünftig also noch wichtiger. Kurt glaubt, dass das Frankfurter Projekt landes- und bundesweit Schule machen werde.

Um die Bedeutung des Interkulturellen Forums zu unterstreichen, wird es im Römer durchgeführt. „Ein zentraler und einladender Ort“, so Dezernentin Birkenfeld, der durch seine Atmosphäre positiv zur Veranstaltung beitragen werde. An 40 Informationsständen können sich die Senioren über Themen wie Wohnen, Rente, Sicherheit oder Gesundheit und Pflege informieren. Alle Senioren, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, sind zum Forum eingeladen.

Die Besucher sollen vor allem auch Wünsche und Anregungen äußern, damit Angebote optimiert oder auch Probleme im Stadtteil beseitigt werden können. In den kommenden Jahren soll das Interkulturelle Forum dann in kleinere Foren münden, die stadtteilspezifisch durchgeführt werden sollen. Jeder Stadtteil habe spezielle Voraussetzungen und Bedürfnisse, auf die man in kleinteiligeren Veranstaltungen besser eingehen könne.

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