© peter-juelich.com (peter-juelich.com), FR
Die Friedberger Landstraße im Ist-Zustand: eine Tram, fahrende und parkende Autos, und irgendwie dazwischen, ein Radfahrer.
Frankfurt-Nordend
Frankfurt

Weiter Streit über Umbau der Friedberger

Von Florian Leclerc
10:05

In der Koalition brodelt es wegen der Friedberger Landstraße. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hat angekündigt, einen Radweg zwischen Börneplatz und Anlagenring markieren zu wollen, aus Gründen der Verkehrssicherheit. Am 3. August war ein Radfahrer an der Kurt-Schumacher-Straße tödlich verunglückt; die Unfallkommission setzte sich für den Radweg ein. Für Autofahrer würde eine Fahrspur wegfallen.

Oesterlings Forderungen gehen darüber hinaus: Zwischen Friedberger Warte und Sachsenhausen soll ein „Nord-Süd-Radweg“ entstehen, der in den Direktradweg nach Darmstadt münden soll. Die Frankfurter CDU-Fraktion forderte er auf, den Radweg nicht zu blockieren, und erklärte ihn zum „Prüfstein“.

Martin Daum reagiert pikiert auf Klaus Oesterling

Weiter sagte er: Nach der „Münster-Pilgerfahrt“ 2004 unter dem früheren verkehrspolitischen Sprecher Helmut Heuser, habe sich die CDU „erfreulicherweise dem Thema Radverkehr geöffnet. Doch seit dem Ausscheiden Heusers hätten sich die Anzeichen gemehrt, dass die CDU „diese einer modernen Großstadtpartei würdige Haltung verlasse und zu einer rein autofixierten Politik“ zurückkehre.

Martin Daum, der verkehrspolitische Sprecher der CDU, reagierte pikiert. Die CDU habe sowohl die fahrradfreundliche Umgestaltung der Eschersheimer Landstraße wie auch den Zweirichtungsradweg zwischen Alter Brücke und Flößerbrücke mitgetragen. Die Stadtverordneten hätten aber das Recht, in die Umgestaltung der Friedberger Landstraße eingebunden zu werden. „Das ist keine Nebenstraße im Nordend“, die auf Ebene des Ortsbeirats behandelt werden könne. „Wie wir in der Sache entscheiden, ist noch gar nicht klar“, stellte Daum fest. Wichtig ist aus seiner Sicht zu hinterfragen, ob eine ganze Fahrspur wegfallen müsse, oder ob es Alternativen gebe.

Der CDU-Fraktionschef Michael zu Löwenstein ging noch weiter. Er warnte Oesterling vor einem „Alleingang“: „Das wäre eine Vorgehensweise, die nachhaltige Konsequenzen für die Zusammenarbeit hätte.“

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn forderte den Magistrat per Antrag dazu auf, die Planungen für den Radweg zwischen Matthias-Beltz-Platz und Friedberger Tor fallen zu lassen und eine „alternative Fahrradroute“ durch die Seitenstraßen zu prüfen. Michael Müller von der Linken-Fraktion erklärte hingegen: „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass sich bislang Radfahrerinnen und Radfahrer eine Spur mit dem Autoverkehr teilen müssen und somit die tägliche Fahrt mit dem Fahrrad zu einem permanenten Kampf mit dem Auto wird.“

In der Koalition stellen sich die Grünen hinter Oesterling. „Sichere Radwege, auch und gerade auf Hauptverkehrsstraßen, sind essentiell für eine wachsende Stadt, die auf nachhaltige Mobilität setzen muss“, sagte Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Römer.

„Auch andere wichtige Lücken im Radverkehrsnetz müssen geschlossen werden, beispielsweise rund um den Hauptbahnhof oder von Bockenheim zur Messe“, sagte er.

Martin Daum, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, kündigte unterdessen an, das Thema Friedberger Landstraße nicht nur koalitionsintern, sondern auch im nächsten Verkehrsausschuss diskutieren zu wollen.

Lesen Sie weitere Berichte aus Frankfurt am Main   Zur Startseite