„Frankfurter HausGespräche“
Frankfurt

Zentrum und Extreme

Von Marie-Sophie Adeoso
07:47

Die „Frankfurter HausGespräche“ stehen im zehnten Jahr ihres Bestehens unter dem Oberthema „Zentrum und Extreme“. Vier Diskussionsabende, ausgerichtet von Goethe-Haus, Haus am Dom, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und dem Literaturhaus werden von Ende Mai an jeweils montags um 19.30 Uhr „Wechselspiele der offenen Gesellschaft“ in den Blick nehmen, teilen die Veranstalter nun mit.

Los geht es am 28. Mai im Frankfurter Goethe-Haus/Freies Deutsches Hochstift, Großer Hirschgraben 23-25. Der Gießener Germanist Günter Oesterle und die Dresdner Soziologin Sonja Engel sprechen über „romantische Invektiven“, also die Polemiken der Romantiker und deren grenzwertigen Übergang vom ästhetischen ins politische Feld.

Thema des Gesprächs im Haus am Dom, Domplatz 3, am 4. Juni, ist „Religion - Zentrum und Peripherie“. Darüber, wo zwischen dem Säkularen und dem Extremen eine goldene Mitte liegen könnte, sprechen der Religions- und Politikwissenschaftler und baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte Michael Blume, die Leiterin des theologischen Forschungszentrums der Dominikaner in den Niederlanden, Manuela Kalsky und der Frankfurter Islamwissenschaftler Bekim Agai, moderiert vom Direktor des Hauses am Dom, Joachim Valentin.

„Die Kunst der Mitte - Bildung, Sprache, Umgangsformen“ stehen auf der Agenda des Abends der Stiftung Polytechnische Gesellschaft in der Evangelischen Akademie, Römerberg 9, am 11. Juni. Dabei soll es darum gehen, ob sich in Zeiten öffentlicher Aufgeregtheiten und Polarisierungen aus der Mitte der Gesellschaft heraus „kultivierende, ausgleichende, integrierende und zugleich vorwärtsstrebende geistige Strömungen“ entwickeln lassen. Darüber sprechen Prinz Asfa-Wossen Asserate, die Zürcher Linguistin Christa Dürscheid, die Doktorandin der Musikpädagogik Julia Jung, die Frankfurter Soziologin Sigrid Roßteutscher und der Schulleiter der Ernst-Reuter-Schule II, Gerhard Schneider. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Roland Kaehlbrandt, führt in den Abend ein.

Zum Abschluss im Literaturhaus, Schöne Aussicht 2, stehen am 18. Juni unter dem Ausruf „Glotzt nicht so romantisch!“ Aufruhr und Literatur auf dem Programm. Dabei geht es darum, was Literatur(vermittlung) zu einer offenen Gesellschaft beitragen kann. Lena Völcklinghaus, die an der Goethe-Universität über die Autorenlesung als Ort literarischer Praxis promoviert, diskutiert mit der Schriftstellerin Thersia Enzensberger, dem FAZ-Literaturchef Andras Platthaus, dem Literaturhaus-Leiter Hauke Hückstädt und Oliver Vogel, Programmleiter für deutschsprachige Literatur beim S. Fischer Verlag.

Der Eintritt zu allen Gesprächsabenden ist frei.

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