© Christoph Boeckheler, FR
Frauendezernentin Rosemarie Heilig (r.) und Vertreterinnen der Kampagne.
Frauenreferat in Frankfurt
Frankfurt

Plakate für mehr Fairness

Von Carolin Diel
08:00

In großer pinker Schrift steht auf dem Plakat: 27 Prozent weniger Taschengeld, 21 Prozent geringeres Einkommen, 36 Prozent weniger Rente. Das Schild weist darauf hin, dass trotz Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren und trotz Frauenbewegung immer noch alles andere als Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herrscht. Das Plakat ist Teil der vom Frauenreferat Frankfurt organisierten Kampagne „Frauen.Macht.Politik“, die am gestrigen Freitag angelaufen ist.

Bis 23. März sollen pinkfarbene, weiße und schwarze Plakate in ganz Frankfurt mit kurzen, markanten Sätzen auf die wichtigsten Themen und Fragestellungen der Frauenpolitik aufmerksam machen. Acht Motive mit verschiedenen Schwerpunkten werden sich dazu auf insgesamt 356 Litfaßsäulen wiederfinden. „Mit der Aktion wollen wir zeigen, dass der Einsatz für Frauenrechte nicht an Bedeutung verloren hat“, sagt Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Gerade im Jahr 2018, dem Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts und der zweiten Frauenbewegung, der 1968er, sei es wichtig, Frauen Mut zu machen, für ihre Rechte einzutreten und sich zu engagieren. Das Motto „Frauen.Macht.Politik.“ ist dabei im doppelten Sinne zu verstehen: Zum einen ist es Aufforderung, selbst aktiv zu werden, zum anderen weist es auf die Bereiche mit dem größten Handlungsbedarf hin. Neben der Plakatkampagne initiiert das Frauenreferat viele weitere Aktionen und Veranstaltungen unter selbigem Motto.

Dabei werde versucht, den Bogen der Frauenbewegung bis heute zu spannen, erklärt Referatsleiterin Gabriele Wenner: „Gleiche Bezahlung wurde schon vor 100 Jahren gefordert, erreicht haben wir sie immer noch nicht.“ Doch es geht bei der Kampagne nicht nur darum, Missstände aufzuzeigen, sondern auch darum, auf bereits erzielte Erfolge hinzuweisen. „Wir wollen gleichzeitig sichtbar machen, wie sich Frauen und Mädchen bereits in Politik einmischen und in ihr mitmischen“, sagt Linda Kagerbauer, die Leiterin des Projekts.

Eine Studie zeigt, dass Frankfurt zumindest auf dem richtigen Weg ist: Mit 39 Prozent hat die Stadt den dritthöchsten Frauenanteil in der Kommunalpolitik deutschlandweit. Aber 39 Prozent sind eben nur 39 Prozent.

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