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Mit dem Jobticket zur Arbeit – fraglos sinnvoll.
Mobilität
Frankfurt

Stadt gibt mehr zum Jobticket

Von Christoph Manus
09:57

Um im Wettbewerb um dringend gesuchte Beschäftigte punkten zu können, will der Frankfurter Magistrat das Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr für die städtischen Mitarbeiter günstiger machen. Diese sollen für das Ticket nach den am Dienstag vorgestellten Eckpunkten für den Haushalt 2019 statt bisher 45 Prozent nur noch 20 Prozent des Preises bezahlen müssen. Diese geplante Verringerung des Eigenanteils kostet die Stadt 2,5 Millionen Euro.

„Wir müssen uns eine Menge einfallen lassen, damit wir neue Menschen in die Stadtverwaltung bekommen“, sagte Personaldezernent Stefan Majer (Grüne). Viele Beschäftigte nach Frankfurt pendelten in die Stadt ein. Die nun geplante Entlastung beim Jobticket sei noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Bei der Suche nach guten Leuten, etwa Bauingenieuren für das neue Amt für Bau und Immobilien, konkurriere die Stadt nicht nur mit anderen Verwaltungen, sondern auch mit Unternehmen. „Attraktivität kostet“, sagte Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU). Er sprach aber von einem fairen Angebot an die Beschäftigten, das die Stadt wirtschaftlich nicht überfordere.

Der Magistrat hat sich zudem auf eine weitere Ausweitung des Stellenplans verständigt. Die Eckpunkte für den Haushalt 2019 sehen 210 neue Stellen vor. Angesichts der steigenden Herausforderungen der wachsenden Stadt sei dieser Anstieg nötig, sagte Majer. Schon in den Jahren 2016, 2017, 2018 habe die Stadt zusammen 800 neue Stellen geschaffen. Rechne man die nun geplanten hinzu, habe die Stadt, wie vom Gesamtpersonalrat gefordert, 1000 neue Stellen in der Verwaltung auf den Weg gebracht.

Das Personal in den Kitas und andere Beschäftigte, die für städtische Eigenbetriebe oder Gesellschaften arbeiten, ist in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Kämmerer Becker rechnet für den Haushalt 2019 mit einem Personalaufwand in Höhe von 607 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt dieser Bereich noch 559 Millionen Euro gekostet.

45 der für das Jahr 2019 geplanten neuen Stellen sollen nach Vorstellungen des Magistrats gezielt in Bereichen entstehen, die der Stadt auch Einnahmen bescheren, also etwa bei der Bauaufsicht und im Bereich Verkehrsüberwachung. In 88 Fällen sollen bereits besetzte Stellen in den regulären Stellenplan überführt werden.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wies zudem auf eine neue Stabsstelle für Mieterschutz hin, die 2019 entstehen soll. Diese werde Mieter unter anderem über ihre Rechte informieren, diesen aber auch im Kampf gegen Verdrängung unterstützen. Die Stabstelle wird, wie Personaldezernent Majer auf Fragen hin sagte, mit zwei Stellen ausgestattet und soll dem Amt für Wohnungswesen angegliedert werden.

Verstärken will die Stadt die Ausbildung. 24 neue Stellen sollen in diesem Bereich entstehen, zum Beispiel bei der Feuerwehr. Bei der Stadt werde es dann mehr als 600 Auszubildende geben, sagte Majer. Das sei angesichts des demografischen Wandels auch nötig, hieß es. Innerhalb der kommenden zehn Jahre ginge mehr als ein Viertel der städtischen Beschäftigten, also mehr als 2300 Menschen, in Rente. Es führe kein Weg daran vorbei, selbst junge Leute auszubilden und zu versuchen, diese dauerhaft an die Stadt zu binden, sagte Majer.

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