© Michael Schick, FR
Schwungvoll: Die Choreografie-Kompanie Laprebi aus Georgien.
Museumsuferfest Frankfurt
Frankfurt

Georgien zeigt seine Kultur

Von Florian Leclerc
10:22

Noch 46 Tage. Nur noch 46 Tage, bis Literaturfans aus aller Welt zur Buchmesse nach Frankfurt kommen, um den Literaturbetrieb zu genießen, Lesungen zu hören, durch Neuerscheinungen zu blättern. Mittendrin: Das Buchmesse-Gastland Georgien, das den Ehrengast-Pavillon bespielt.

Mittendrin ist Georgien auch auf dem Museumsuferfest. Von der großen Bühne auf der Nordseite des Mains wummern die Bässe, als georgische DJs ihre Sets auflegen.

Es riecht rauchig und würzig. Das sind die verschiedenen Fleischsorten, die über offenem Feuer braten. „Schaschlik und Wein gehören in Georgien einfach zur Essenskultur dazu “, sagt Salome Berikashvili vom georgischen Kulturministerium, die über den 80 Meter langen Stand beim Museumsuferfest leitet. Berikashvili spricht Georgisch und Deutsch und kann erklären, wie die marinierten Fleischspieße heißen, nämlich Mzwadi – ein georgisches Nationalgericht.

Noch mehr georgische Kultur auf der Buchmesse

Georgischen Wein schenkt Paata Bolotashvili aus. Der Bad Nauheimer importiert Weine von kleinen Erzeugern aus Georgien und verschickt sie in die Welt. „Gerade in Italien finden sich viele Abnehmer“, sagt er. Es sei mitnichten so, dass die Italiener nur italienischen Wein trinken würden. Wein aus Georgien, erklärt der Händler, habe eine 7000 Jahre alte Tradition – die Herstellungsmethode in Amphoren habe die Unesco in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. In den Amphoren (Quevris) würden die zerquetschten Trauben verschlossen und dann monatelang im Boden vergraben, wo der Wein gäre. Dabei entstehe die besondere Bernsteinfarbe des Weins. Und, wie schmeckt er? „Schmeckt gut“, sagt eine Frau, die sich am Stand einige kostenlose Verköstigungsschlückchen genehmigt.

Da wird einem ja schwindlig. Nicht vom Wein. Sondern von der Virtual-Reality-Brille, die Besucher durch die virtuellen Landschaften Georgiens führt – auf eine Blumenwiese, zu einem Bergmassiv, einer Kathedrale, auf eine Ski-Abfahrt-Piste, den Abhang hinab… das ist aber schnell… jetzt die Brille wieder absetzen!

Kinder malen nebenan die geschwungenen Buchstaben des georgischen Alphabets aus. Das Alphabet steht ebenfalls auf der Liste des immateriellen Kulturerbes. „Georgia – Made by Characters“ – so lautet auch das Motto des Ehrengastes auf der Buchmesse. Auch Bücher wie „Reise nach Karabach“ von Aka Morchiladze und „Juja“ von Nino Haratischwili liegen aus.

Noch mehr georgische Kultur gibt es dann von 10. bis 14. Oktober auf der Buchmesse.

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