© Christoph Boeckheler, FR
Großplakate mit Weyland an der Senckenberg-Anlage.
Bernadette Weyland
Frankfurt

Bernadette Weyland startet Plakatkampagne

Von Florian Leclerc
10:00

Demonstrativ heben Bernadette Weyland, der CDU-Vorsitzende Jan Schneider, Stadtrat Markus Frank und der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein gemeinsam den Besen, tunken ihn in Kleisterwasser und pinseln das letzte Stück Großplakat mit der OB-Kandidatin auf die Stellwand an der Senckenberg-Anlage. Es ist eines von 100 großen Plakaten, mit denen Weyland bis zur OB-Wahl am 25. Februar auf sich aufmerksam machen will.

„Ist das Ihre jüngere Schwester?“, fragt ein Bild-Journalist spöttisch, weil sie auf dem Plakat keine Falten habe. „Das stimmt doch gar nicht“, entgegnet Weyland, „wir haben nur ganz wenig retuschiert.“ Mehrere Plakat-Motive wechseln sich in den kommenden Wochen ab. Der Teil mit Weylands Gesicht bleibt gleich, es ändert sich nur der Wahlspruch, in dem ein Wort getauscht wird. „Wer Schulen will, wählt Weyland“; „Wer mobil sein will, wählt Weyland“ - und so weiter mit den Worten Wohnungen, Kitas, Sicherheit. Das Motto ihres Wahlkampfes lautet: „Wer Frankfurt liebt, wählt Weyland“.

Sie kandidiere „als Bürgerin der Stadt“, ohne derzeit ein politisches Amt innezuhaben, sagt sie. Markus Frank, Stadtrat für Sicherheit, steht an Weylands Seite - eine symbolische Handlung, die zeigen soll, er nehme ihre Kritik an der Frankfurter Sicherheitspolitik nicht persönlich. „Die Stimmung ist gut in der CDU“, befindet der Parteivorsitzende Schneider.

Weyland will mit Schulen punkten

Für die Sanierung und den Neubau von Schulen will Weyland als Oberbürgermeisterin „eine Milliarde Euro investieren“, sagt sie. Das hat auch der Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) versprochen. Doch diese Idee habe er von ihr übernommen. „Das ist seine Art, Wahlkampf zu machen“, sagt Weyland. Sie fordert Schulen im Neubaugebiet Bonames Ost und im Frankfurter Westen - dort würde die Firma Sanofi im Industriepark Höchst ein Grundstück zur Verfügung stellen.

Ohne sie beim Namen zu nennen, kritisiert Weyland die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). „Ein Schulentwicklungsplan fehlt“, sagt sie. In den „letzten fünf Jahren“ sei beim Schulbau „nichts passiert“.

Damals war noch Sarah Sorge (Grüne) im Amt. Der Magistrat stellte im Jahr 2014 insgesamt 150 Millionen Euro für die Sanierung von Schulen bereit; dann wurde der „Integrierte Schulentwicklungsplan 2015-2019“ beschlossen und später auf „2016-2020“ aktualisiert. Dieser Plan zur Entwicklung der Schulen wird nun jährlich fortgeschrieben. In diesem Sommer eröffnen die neue IGS am Römerhof und das Gymnasium in Unterliederbach.

„In Frankfurt müsste es aber 18 neue Schulen geben“, sagt Weyland. Alle Schulen müssten mit kostenlosem WLAN ausgestattet sein, spätestens in drei Jahren. Für WLAN gebe der Bund Geld, das auch den Ländern und Städten zustehe. „Das müssen wir nutzen.“

Keine Unterstützung aus Berlin

Ihren Wahlkampf finanziere sie weitgehend selbst, sagt sie. Die Unterstützung der Partei sei gering. Rund 350 000 Euro wolle sie über Spenden einwerben. Prominente aus der Bundespartei kämen im OB-Wahlkampf nicht nach Frankfurt. Einzig der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spreche beim Politischen Aschermittwoch am 21. Februar.

Weitere Ideen zur Schulpolitik will Weyland am 25. Januar im Haus am Dom präsentieren. Dann stellt sie einen „Masterplan Schule“ vor, unter anderem mit Bildungsexpertin Bettina Wiesmann (CDU), die im September in den Bundestag eingezogen ist.

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