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Juli Wünsch.
Juli Wünsch
Frankfurt

Kandidatin Juli Wünsch: Natur statt Bebauung

Von Florian Leclerc
20:48

Juli Wünsch fing an, sich politisch zu engagieren, als sie vom Innovationsquartier hörte. Sie fürchtete, ihren Kleingarten zu verlieren, und gründete die Bürgerinitiative Grüne Lunge am Günthersburgpark. Das war 2015. Dann trat sie zur Kommunalwahl 2016 an, auf der Liste der Bürger für Frankfurt (BFF). Ihre Mitstreiter verübelten ihr das. „Sie haben mich aus meiner eigenen Initiative geworfen“, sagt sie.

Juli Wünsch sieht die Natur in Frankfurt noch an anderen Stellen bedroht. Der neue Stadtteil im Frankfurter Nordwesten, das Galopprennbahn-Gelände und der Frankfurter Flughafen mit Terminal 3 seien Beispiele für zunehmende Bebauung. „Es gibt keinen Kandidaten, der sich für die Natur einsetzt“, sagt Wünsch und tritt am 25. Februar 2018 zur OB-Wahl an, als unabhängige Kandidatin. In der BFF sei sie nicht mehr aktiv.

Bislang führt die 43 Jahre alte Architektin, die im Nordend wohnt, ihren Wahlkampf vor allem mit Youtube-Videos im Internet. Dort ist zu sehen, wie sie das Frankfurter Wahlamt oder eine Siedlung der ABG Holding besucht. Künftig will sie mehr Straßenwahlkampf machen und für Naturschutz werben. In ihrem Wahlprogramm heißt es dazu: „Naturmord ist auch Menschenmord! Naturmenschenmassenmord stoppen!“

Ihr zweites Thema ist die Beteiligung der Bürger. „Die Stadt gehört den Bürgern“, sagt sie, daher sollten diese auch Einfluss nehmen können auf die Entwicklung der Stadt. Dazu zählten etwa mehr Planungswerkstätten. Auch die Internet-Beteiligungsplattform „Frankfurt fragt mich“ sei zu wenig bekannt.

„Man darf nicht nur schimpfen“, sondern müsse zeigen, dass man es besser machen kann, sagt sie in einem Video. In einem anderen trägt sie Brille. „Ich wollte mal testen, ob ich mit Brille intelligenter aussehe.“

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