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OB Peter Feldmann beim Parteitag im Bürgerhaus Frankfurt-Bornheim.
OB Peter Feldmann in Frankfurt
Frankfurt

Lob und Unterstützung für Feldmann

Von Claus-Jürgen Göpfert, Christoph Manus
10:00

Die Leute strömen ins Bürgerhaus Bornheim. Und Mike Josef sitzt auf dem Rand der Bühne und lässt vergnügt die Beine baumeln. „Das Ganze erinnert mich an ein Familienfest“, sagt der Frankfurter SPD-Vorsitzende. Und genauso ist es. Die SPD-Familie aus Stadt und Region ist gekommen, um Peter Feldmann zum zweiten Mal nach 2012 als OB-Kandidaten zu nominieren.

Den größten Beifall erhält der 92-jährige frühere Kulturdezernent Hilmar Hoffmann. „Ich habe der SPD viel zu verdanken“: So schlicht erklärt der Mann im Rollstuhl sein Kommen. Aber auch der ehemalige Bürgermeister Achim Vandreike und der Planungsdezernent der 90er Jahre, Martin Wentz, sind erschienen.

Und dann sind da die sozialdemokratischen Politiker aus der Gegenwart. Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider, der fröhlich in die Runde winkt. Er wird bald in den Ruhestand gehen – und darf wahrscheinlich deshalb nichts sagen. Dafür aber spricht Sven Gerich. Aus seiner Sicht ist der Peter schlicht ein „Vorkämpfer“. Am Rednerpult lobt der Oberbürgermeister von Wiesbaden das Frankfurter Stadtoberhaupt über den roten Klee. Feldmann habe der Metropole Frankfurt „ein neues Gesicht verliehen“, menschlich, unaufgeregt, bodenständig. Er sei „Kommunalpolitiker mit Leib und Seele“.

Tatsächlich hatte der 43-jährige Sozialdemokrat Gerich sich in seinem OB-Wahlkampf 2012/2013 in Wiesbaden am Vorbild Feldmanns orientiert – mit Hausbesuchen und Auftritten an sozialen Brennpunkten der Stadt. Feldmann war mehrfach zu Wahlkampf-Besuch in der Landeshauptstadt gewesen – dafür ist Gerich jetzt nach Bornheim gekommen.

Rührung im Saal wächst

Auch der OB von Aschaffenburg, Klaus Herzog (SPD), unterstützt den Genossen Feldmann. Die Rührung im Saal wächst, als Herzog aus einer Feldpostkarte vorliest, die sein Großvater Franz 1916 an seine in Frankfurt-Sachsenhausen lebende Großmutter geschrieben hatte. Der Mann aus Aschaffenburg schlägt den Bogen vom zerstörten Frankfurt nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur blühenden Stadt der Gegenwart und bekennt sich zu dem Motto: „Wer die Stimmen der Bürger bekommen will, muss ihre Herzen erreichen.“ Großer Applaus.

Seit 17 Jahren ist der 66-Jährige OB von Aschaffenburg – und in seiner Heimatstadt sehr populär. Sein Auftritt ist so etwas wie der politische Ritterschlag für Feldmann. Der posiert mit Herzog und Gerich für die Fotografen.

Dann bietet die Regie ein Dutzend „Multiplikatoren“ aus den unterschiedlichsten Bereichen der Stadtgesellschaft auf, die alle nur Gutes über Feldmann zu sagen haben. Michael Hohmann zum Beispiel, der Chef der Romanfabrik an der Hanauer Landstraße, lobt Feldmann dafür, dass er Kulturdezernentin Ina Hartwig in Ruhe arbeiten lasse. Hohmann plädiert gar für eine „sozialistische Kulturpolitik“, lässt aber offen, was das sein soll. „Kultur ist von Natur her links“, glaubt der 63-Jährige.

Parteichef Josef schimpft auf die OB-Kandidatin der CDU, Bernadette Weyland, weil sie doch tatsächlich „den Peter“ als „Staubsaugervertreter“ bezeichnet habe – weil der von Hausbesuch zu Hausbesuch zieht. „Pfui!“-Rufe im Saal.

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