© Christoph Boeckheler, FR
Ein zur Stichwahl aktualisiertes Wahlplakat des Titelverteidigers.
OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

Grüne legen sich bei Stichwahl nicht fest

Von Georg Leppert
07:42

Der Showdown fällt aus: Ursprünglich sollten die beiden verbliebenen Bewerber ums OB-Amt, Bernadette Weyland (CDU) und Peter Feldmann (SPD), am Mittwoch, 28. Februar, zur Kreismitgliederversammlung der Grünen ins Gallus Theater kommen und um Unterstützung für die Stichwahl werben. Doch am späten Montagabend entschied der Vorstand des Kreisverbands, dass Weyland und Feldmann nicht eingeladen werden. Eine Wahlempfehlung der Grünen wird es deshalb aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben.

„Wir wollen erst einmal über unser eigenes Ergebnis reden, dafür wollen wir uns ausreichend Zeit nehmen“, sagte die Kreisvorsitzende der Grünen, Beatrix Baumann, am Dienstag im Gespräch mit der FR. Ihre Kandidatin, die frühere Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg, hatte am Sonntag 9,3 Prozent erzielt – ein sehr enttäuschendes Ergebnis. In manchen Hochburgen ihrer Partei landete sie noch hinter der Kandidatin der Linken, Janine Wissler.

Dennoch dürfte die Stichwahl bei der Mitgliederversammlung ein großes Thema sein. Zumal sich Partei-Urgestein Daniel Cohn-Bendit bereits festgelegt hat: Er forderte Grüne und Linke auf, Peter Feldmann zu unterstützen.

Bewerten möchte das die Spitze des Kreisvorstands offiziell nicht. Für Unmut dürfte Cohn-Bendit aber in jedem Fall gesorgt haben. Baumann, Bergerhoff und vor allem Fraktionschef Manuel Stock sind Feldmann in Abneigung verbunden. Im Wahlkampf hatten sie dem Amtsinhaber immer wieder Versäumnisse vorgeworfen und kritisiert, er mache sich Erfolge der Koalition im Stadtparlament zu eigen.

Keine Empfehlung der FDP

Auch die FDP möchte keine Wahlempfehlung abgeben. „Liberal gesinnte Wähler sollten ihre Wahlentscheidung im zweiten Wahlgang von den Konzepten der beiden Kandidaten zu den entscheidenden Zukunftsfragen Frankfurts abhängig machen“, sagte der Kreisvorsitzende Thorsten Lieb. Dabei gehe es darum, „wie Frankfurt als Digital- und Kreativhauptstadt gesichert und weiterentwickelt, der dringend notwendige Bau von Schulen beschleunigt und die Sanierung der Schulen vorangetrieben werden kann“. Vor dem ersten Wahlgang hatte die Führung der Frankfurter FDP zunächst eine Wahlempfehlung für Weyland erwogen, ein entsprechender Antrag erzielte bei einer Mitgliederversammlung aber keine Mehrheit. Daraufhin lud der Kreisvorstand Weyland ein, um vor FDP-Mitgliedern für ihre Positionen zu werben. Rund drei Stunden vor dem Termin sagte die Kandidatin jedoch ab, da sie bei einer CDU-Veranstaltung gebraucht werde.

Festgelegt hat sich hingegen die Linke: Sie ruft zur Wahl von Peter Feldmann auf. Einen entsprechenden Beschluss hat die Kreismitgliederversammlung am Montagabend getroffen.

Zwar sei die Linke mit Feldmanns Politik nicht zufrieden. Anders als Bernadette Weyland stelle sich der SPD-Politiker aber kritischen Fragen und räume Mieterinitiativen, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen einen hohen Stellenwert ein. Dass sich Weyland Diskussionsrunden mit der Kommunalen Ausländervertretung, Mieterinitiativen und Kulturschaffenden verweigert habe, zeuge von einem problematischen Demokratieverständnis. Die CDU-Bewerberin stehe für eine „unsoziale und konzernfreundliche Politik“.

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