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Die Junge Union in Frankfurt liebt Wortspiele.
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Junge Union erntet nach Wortspiel-Plakaten Spott

Von Georg Leppert, Claus-Jürgen Göpfert
11:39

Liebe Junge Union, was richtest du an? Wenn zwischen zwei Wahlen nur 14 Tage liegen, herrscht in einer Lokalredaktion echt großer Stress. Da haben wir keine Zeit, um uns stundenlang mit Wortspielen aufzuhalten. Mussten wir aber, denn dein Plakat hat ja für Aufsehen gesorgt. Und nach 3:14 Stunden hatte der erste aus der FR-Redaktion den – ähhhh – Witz verstanden. Sicherheit in Frankfurt? Da Feldmann hin! Also: Da fällt man hin. Fällt man. Wie Feldmann. Gute Güte, wie komisch. Und so erklären sich auch die anderen Sprüche. So Feldmann (fällt man) in Frankfurt ins Verkehrschaos! Und: Traut man Peter, Feldmann (fällt man) rein.

Nun ist die Häme im Internet riesig. Zum einen spotten alle über das Wortspiel. Zum anderen melden sich Menschen, die die ersten zehn Minuten vom VHS-Kurs „Werbung in der Politik“ besucht haben, und sagen: Nie, nie, niemals den Namen des Gegenkandidaten nennen. Denn nur dieser Name bleibt hängen.

Aber ganz ehrlich, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, was soll denn der ganze Spott? Die Junge Union hat es doch nur gut gemeint. Und haben Sie in der Schule nie Witze über die Namen Ihrer Klassenkameraden gemacht? „Alle fahren mit der Bahn, nur Gunther, der liegt drunter…“ Das waren noch Scherze. Aber heute heißt ja niemand mehr Gunther.

Außerdem könnten Jusos oder SPD ja zurückschlagen und ihrerseits über Weyland spotten. Und jetzt machen wir etwas, was in den Römerbriefen ganz selten vorkommt: Wir bemühen einen Komiker. Robert Treutel, auch bekannt als Bodo Bach, hat nämlich auf Facebook geschrieben, wie die SPD antworten könnte. Zum Beispiel: „Weyland viel zu teuer ist, sind die Mieten so hoch!“ Haben Sie verstanden, oder? Weyland. Weil Land. Oder auch: „Verkehrschaos in Frankfurt, weylander Ampel stehste rum!“

So, nun aber genug mit den Wortspielen. Wobei es ja schon etwas schade ist, dass es der unabhängige Kandidat Hein Fischer nicht in die Stichwahl geschafft hat (es fehlten ihm dazu gerade einmal 47 863 Stimmen, eine absolute Winzigkeit in einer wachsenden Stadt wie Frankfurt). Mit dem Namen hätte man krasse Sprüche machen können. „Mit Fischer kommt Gevatter Hein über Frankfurt!“ Oder: „Wer die Eintracht liebt, wählt Fischer!“ Na gut, der war jetzt für Insider, aber er hat es ja ohnehin nicht in die Endrunde geschafft.

Nun wollen wir auf den verbliebenen Zeilen aber noch etwas Statistik vom Sonntag bieten.

Zahl der Würstchen, die die Römerbrief-Schreiber gegessen haben: 2.

Zahl der Würstchen, die die Römerbrief-Schreiber noch gegessen hätten, wenn nicht überraschend die ersten Ergebnisse gekommen wären: 6.

Zahl der Ellbogen-Checks, die die Römerbrief-Schreiber im Gedränge von Journalisten eingefangen haben, die sonst nie im Römer sind: 24.

Zahl der Ordner, mit denen sich ein Römerbrief-Schreiber angelegt hat: 1. Und eigentlich konnte der Ordner nichts dafür. Nichts für ungut, bis zur Stichwahl.

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