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Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann strahlt: Kostenlose Kita-Plätze hatte er im Wahlkampf versprochen.
OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

„Mit mir wird der Grüngürtel verteidigt“

Von Claus-Jürgen Göpfert
16:00

Herr Oberbürgermeister, Sie werden wahrscheinlich heute eine Einladung bekommen zu einer Mitgliederversammlung der Frankfurter Grünen am morgigen Mittwoch. Dort sollen Sie der grünen Basis Rede und Antwort stehen. Werden Sie hingehen?
Das entscheide ich, wenn ich die Einladung kenne. Grundsätzlich bin ich offen für jedes Gespräch mit gleichgesinnten ökologisch denkenden Frankfurterinnen und Frankfurtern. Mich interessieren allerdings vor allem die Inhalte. Mir geht es weiter um preiswerten Wohnraum, bezahlbaren ÖPNV und die Unterstützung der Fluglärmgegner.

Es gibt ein neues Plakat von Ihnen zur Stichwahl, da fordern Sie dazu auf, ökologisch zu handeln, das heißt, Sie umwerben gezielt grüne Wähler.
Ja, natürlich. Dieses Stichwahlplakat steht schon seit mehreren Wochen und ist ganz gut geworden.

Aber Sie haben auch schon mehrere Wochen gewusst, dass Sie in einer Stichwahl auf Stimmen grüner Wähler angewiesen sein würden. Entdecken Sie jetzt die Ökologie?
Ich habe am Dieselgipfel teilgenommen. Ich habe am G7-Umweltgipfel in Toyama teilgenommen. Ich engagiere mich für Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser. Zu meinen Beratern gehörten früh schon Franz Alt und Martina Klärle. Eine Anmerkung: Wer heute politisch arbeitet und nicht auch ökologisch denkt und handelt, hat wohl etwas verpasst.

Sie zielen also doch sehr auf die Stimmen der Grünen.
Weil mir ökologische Themen wichtig sind. Ich will einen neuen Stadtteil im Frankfurter Norden, bei dem Frischluftschneisen frei bleiben, bei dem es auch Häuser in ökologischer Bauweise gibt. Mit mir wird der Grüngürtel immer verteidigt, er ist eine große Errungenschaft. Es gibt neben dem Sozialpolitiker Feldmann auch den Mann, der dafür sorgt, dass die Hinterhöfe im Nordend nicht zubetoniert werden. Der neue Stadtteil ist vor allem deshalb wichtig, um den Druck von den Stadtteilen im Zentrum zu nehmen.

Aber Sie tragen ja die Wachstumspolitik der Fraport beim Flughafen ungeschmälert mit. Der Flughafen wächst immer weiter, auch mit Ihrer Unterstützung.
Das, was die Menschen im Frankfurter Süden ertragen müssen an Fluglärm und Feinstaub, ist kein Ruhmesblatt. Es hat die Menschen gegen den Flughafen aufgebracht. Mir geht es darum, dass wir die Forderungen nach einer Lärmobergrenze und einem längeren Nachtflugverbot mit Nachdruck weiter verfolgen. Ich habe die Hoffnung, das es bei der Landtagswahl im Herbst eine andere politische Mehrheit gibt. So stabil steht die CDU nicht da.

Ihr Ziel wäre, mit einer anderen politischen Mehrheit im Land beim Flughafen mehr für Fluglärmgeplagte zu erreichen?
Ja, klar. Eine soziale und ökologische Politik wäre sehr viel leichter ohne ausschließlich am Profit orientierte Bremser umzusetzen. Gesundheit geht vor Profit.

Was werden sie in den verbleibenden Tagen bis zur Stichwahl tun, um die Menschen zu gewinnen?
Ich werde hartnäckig an meinen Themen festhalten, also der Sanierung der Schulen, dem Bau bezahlbarer Wohnungen, dem respektvollen Umgang mit der älteren Generation, den kostenfreien Kitas. Es wird keine Gimmicks geben und kein Feuerwerk, sondern solide soziale Politik. Es wird fast jeden Tag Hausbesuche geben und Betriebsbesuche. Ich gehe zum Beispiel erneut zu den Müllwerkern der Stadt.

Bisher sind Sie ja ohne Unterstützung der SPD-Bundesebene ausgekommen. Bleibt es dabei?
Malu Dreyer, die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende, war beim Politischen Aschermittwoch zu Gast. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut. Aber grundsätzlich geht es mir immer um Frankfurter Themen.

Sie haben sich abgesetzt vom negativen Bundestrend der SPD.
Die Menschen in Frankfurt können schon gut unterscheiden zwischen der Bundesebene und der konkreten Hilfe vor Ort wie sanierten Schulen, Fahrpreissenkungen beim RMV und dem Bau bezahlbarer Wohnungen.

Interview: Claus-Jürgen Göpfert

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