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Wahllokal in Frankfurt: Die Wahlbeteiligung zur OB-Wahl lag bei 37,6 Prozent.
OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

Peinliche Panne bei Wahl des Frankfurter Oberbürgermeisters

Von Christoph Manus
11:32

Ein sehr simpler Bezugsfehler hat am Sonntag dazu geführt, dass die städtischen Statistiker bis in den Abend von einer sehr hohen Wahlbeteiligung ausgingen, obwohl diese in Wirklichkeit genauso schwach war wie bei der Oberbürgermeisterwahl vor sechs Jahren. Das hat der auch für Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider (CDU) am Montagmorgen klargemacht.

Irrtümlich habe man die Zahl der Wähler in den neun repräsentativen Wahlbezirken, die für die Hochrechnung ausgewählt waren, ins Verhältnis zur Zahl der Frankfurter Wahlberechtigten bei der vergangenen Bundestagswahl gesetzt statt zur Zahl der Wahlberechtigten bei der OB-Wahl, erklärte Schneider. Bei der Bundestagswahl durften aber mit etwa 422.000 viel weniger Frankfurter ihre Stimme abgeben als bei der OB-Wahl mit mehr als 505.000 Wahlberechtigten. Bei dieser dürfen schließlich auch Ausländer mit EU-Staatsangehörigkeit wählen.

Dadurch gingen die Statistiker auch für die neun als repräsentativ ausgewählten Wahlbezirke von einer viel zu niedrigen Zahl der Wahlberechtigten aus, so dass die von den dortigen Wahlleitern jeweils um 12, 14, 16 und 18 Uhr gemeldete Zahl der Wähler im Verhältnis als hoch erschien.

Durch diesen Fehler habe die geschätzte Wahlbeteiligung mit 55,8 Prozent dann krass über der korrekten Zahl von 37,6 Prozent gelegen, die auf dem Niveau des Werts von 2012 lag. Hätte man richtig gerechnet, wäre laut Schneider ein Schätzwert von 35,9 Prozent herausgekommen.

Schneider nannte den Fehler, der am Sonntag lange für eine totale Fehleinschätzung des Wahlergebnisses, fehlerhafte Analysen und große Verwirrung gesorgt hatte, am Morgen vor Journalisten „sehr ärgerlich“. Leider habe man diesen erst bei der Nachbereitung der Wahl am Sonntagabend entdeckt.

Die Auswahl der neun für die Hochrechnung zur Wahlbeteiligung herangezogenen Wahlbezirke verteidigte Schneider dagegen. Das Statistische Bundesamt habe 17 repräsentative Urnenwahlbezirke und vier Briefwahlbezirke ermittelt. Die daraus gewählten neun Urnenwahlbezirke hätten ausreichen sollen, um eine präzise Aussage zu treffen.

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