OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

Stein und Wissler für Feldmann

Von Danijel Majic
19:49

Am Tag nach seiner Niederlage gibt Volker Stein sich demonstrativ aufgeräumt. Er sei „entspannt und guter Laune“, sagte der unabhängige Oberbürgermeister-Kandidat, der Mitglied der FDP ist, am Montag bei einer Pressekonferenz im Restaurant „Herr Franz“ im Westend. Stein räumte ein, dass er von seinem mageren Wahlergebnis von 5,9 Prozent enttäuscht sei. Da er im Wahlkampf wichtige Themen gesetzt und „eine echte Alternative“ für alle geboten habe, die mit der Politik in Frankfurt unzufrieden seien, habe er sich deutlich mehr Zuspruch von den Wählern erhofft. Als unabhängiger Kandidat habe er aber eine schwere Ausgangslage gehabt. Viele Bürger seien außerdem nicht zur Wahl gegangen, wohl weil sie glaubten, dass sich sowieso nichts ändere.

Persönlich sei er nicht traurig über sein schlechtes Abschneiden, sagte Stein: Er könne sich jetzt wieder um seine Familie kümmern und werde mehr Zeit haben, um Golf zu spielen. Ein politisches Amt strebe er in Frankfurt nicht mehr an.

Auf seine Empfehlung für die Stichwahl zwischen Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) und der CDU-Kandidatin Bernadette Weyland angesprochen, antwortete Stein nur indirekt: Er werde am 11. März wählen gehen und eine gültige Stimme abgeben. Weyland werde er dabei auf keinen Fall unterstützen, „weil Frau Weyland weder Charakter noch Professionalität besitzt“. Stein betonte, dass diese Aussage seine persönliche Meinung und keine Wahlempfehlung für seine Unterstützer sei. Einen „großen Wurf“ für die Zukunft Frankfurts erwarte er von keinem der beiden Kandidaten.

Gute Stimmung bei Linken

Gute Stimmung herrscht derweil bei der Frankfurter Linken, nachdem ihre OB-Kandidatin Janine Wissler mit 8,8 Prozent nur knapp hinter der Grünen-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg auf Platz vier landete. „Für uns ist das natürlich ein Super-ergebnis“, sagte Wissler, die nach 2012 bereits zum zweiten Mal bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl antrat. Ihre Partei werte den Zuspruch als „Rückenwind für die Landtagswahl“ im kommenden Oktober. Zugleich sei das Ergebnis eine „ziemliche Schlappe für Schwarz-Grün“.

Auf eine klare Empfehlung für die Stichwahl am 11. März wollte sich Wissler nicht festlegen. Darüber sollte zunächst am Montagabend in einer Kreismitgliederversammlung beraten werden. Sie selbst, ließ Wissler wissen, werde wohl für eine Empfehlung zugunsten Peter Feldmanns werben, auch wenn sie ihn nach wie vor nicht für die beste Wahl als OB halte. „Doch die wenigen kleinen Schritte, die er in vielen wichtigen Fragen gemacht hat, würde Bernadette Weyland zurückgehen.“

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