© Peter Jülich, FR
Bernadette Weyland beim Stadtgespräch der FR.
OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

Weyland enttäuscht von miserablem Abschneiden

Von Georg Leppert
13:20

In Gegenwart der bundespolitischen Prominenz schlägt Bernadette Weyland plötzlich neue Töne an. „Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht“, sagt die OB-Bewerberin der CDU über ihr Resultat im ersten Wahlgang. Die 25,4 Prozent, die sie vor knapp zwei Wochen geholt hat, „sind nicht das, wovon man träumt“, gesteht sie am Donnerstagabend beim Wahlkampfhöhepunkt mit der neuen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Wenige Tage nach der Wahl klang das noch anders. Da hatte Weyland das Erreichen der Stichwahl noch als Erfolg verkauft.

Den Termin mit Kramp-Karrenbauer hatte die CDU kurzfristig organisiert. Es ist der erste öffentliche Auftritt der 55-Jährigen in ihrer Funktion als Generalsekretärin. Auf diese Tatsache sei sie sehr stolz, sagt Weyland. Doch trotz des prominenten Besuchs bleiben im nicht gerade großen Papageno-Musiktheater einige Plätze frei.

Die CDU-Anhänger, die gekommen sind, machen aber mächtig Stimmung. Sie springen auf, als Weyland und Kramp-Karrenbauer den Saal betreten. Und sie spenden nach den Reden lang anhaltenden Applaus. 

AKK ist nicht wirklich begeistert 

Weyland zieht an diesem Abend auch eine Bilanz ihres Wahlkampfs. Viele Begegnungen hätten sie sehr bewegt, erzählt sie. Etwa das Treffen mit einer Crack-Süchtigen. Oder das Gespräch mit einer jungen Polizistin, die oft angepöbelt werde. Oder aber auch die Unterhaltung mit verzweifelten Eltern, die partout keinen Betreuungsplatz für ihr Kind fänden. Sie habe in den vergangenen Monaten jedenfalls Akzente gesetzt. Etwa mit dem Masterplan für Schulen oder mit ihrer Forderung nach Wohnungen, „die jetzt gebaut werden, nicht in 20 Jahren“.

Dann spricht Kramp-Karrenbauer. Auch die Hoffnungsträgerin der CDU, die bis vor kurzem noch saarländische Ministerpräsidentin war, scheint von Weylands Erstrundenergebnis nicht wirklich begeistert zu sein. Passend dazu zitiert sie das Motto ihrer Parteifreundin Rita Süssmuth: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, verliert in jedem Fall.“

In ihrer Rede geht Kramp-Karrenbauer vor allem auf bundespolitische Themen ein, die für Frankfurt von Bedeutung sind. Die Sicherheitslage? Könne sich durch Videoüberwachung deutlich verbessern. Der Wohnungsmangel? Existiere in Großstädten, lasse sich aber nicht durch „Trabantenstädte“ lösen. Die blaue Plakette für Dieselautos? Schließe viele Menschen vom Stadtleben aus.

Immer wieder ist vom „Gegenkandidaten“ die Rede, der etwa Banker beschimpfe oder die bürgerliche Kultur missachte. Doch offenbar haben die Christdemokraten aus der harschen Kritik an der Werbekampagne der Jungen Union („Sicherheit in Frankfurt, da Feldmann hin“) gelernt. Der Name Peter Feldmann fällt an dem Abend nur ein Mal: bei der Ankündigung, dass das TV-Duell zwischen ihm und Weyland beim Hessen Fernsehen im Foyer des Theaters zu sehen sein wird.

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