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Bernadette Weyland.
Bernadette Weyland in Frankfurt
Frankfurt

Niedriges Niveau

Von Claus-Jürgen Göpfert
14:05

In einem hat Bernadette Weyland recht: Nach einem Jahr sollte die Arbeit der städtischen Stabsstelle für Fluglärmschutz durchaus kritisch überprüft werden. Was hat sie den lärmgeplagten Menschen rund um den Rhein-Main-Flughafen gebracht? Diese Frage darf, diese Frage muss man stellen.

Die OB-Bewerberin der CDU freilich ist einen Schritt weiter gegangen. Sie hat öffentlich die Auflösung der Stabsstelle wegen Untätigkeit gefordert. Und das mit Behauptungen, deren Wahrheitsgehalt gegen null geht. Das gilt für die Zahl der Mitarbeiter, aber auch für die Aktivitäten der Stabsstelle. All dies wäre leicht zu überprüfen gewesen.

Zum Beispiel: In einem Jahr haben die Beschäftigten keineswegs nur einen Rundgang organisiert, wie Weyland behauptet. Tatsächlich gab es sechs Veranstaltungen und zwei Pressekonferenzen, über die auch allesamt in den Medien berichtet wurde. Durchaus viel Beachtung fanden das Gutachten des Kardiologen Thomas Münzel zu Gefäßschäden durch Fluglärm oder der Infoabend zum Passiven Schallschutz in Sachsenhausen.

Allein beim „Fluglärmtag“ wurden drei Ortstermine mit Bürgerinnen und Bürgern in Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad gezählt.

Die Stabsstelle umfasst tatsächlich nicht „fünf Leute“, sondern nur drei Mitarbeiter. Wer so schlecht vorbereitet agiert wie die OB-Kandidatin der CDU, der muss sich vorwerfen lassen, dass es ihm vor allem um politische Ressentiments auf niedrigem Niveau geht.

Von einer Frau, die Oberbürgermeisterin der fünftgrößten deutschen Stadt werden will, dürfen die Menschen mit Fug und Recht mehr erwarten.  

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