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In Amt und Würden: Das Schmuckstück gehört zum Posten dazu. Die Amtskette wiegt fast 900 Gramm.
OB-Wahl in Frankfurt
Frankfurt

Das sind die Kandidaten der OB-Wahl

Von Götz Nawroth-Rapp
12:21

Zwölf Kandidatinnen und Kandidaten treten am 25. Februar zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt an. Ein Überblick.

OB-Wahl-Kandidat Peter Feldmann (SPD)

Peter Feldmann (SPD): Feldmann kämpft für seine Wiederwahl und setzt dabei vor allem auf sozialpolitische Themen. Der Bau bezahlbarer Wohnungen, ein Mietstopp in kommunalen Unterkünften, die Senkung der Tarife im öffentlichen Nahverkehr und eine Ausweitung des Nachtflugverbotes stehen im Wahlprogramm. Amtsinhaber Feldmann, der im Oktober 60 Jahre alt wird, gilt bei der Wahl als Favorit, warnt aber genau deshalb vor Übermut.

OB-Wahl-Kandidatin Bernadette Weyland (CDU)

Bernadette Weyland (CDU): Weyland war zuletzt Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium. Die 60-Jährige will unter anderem mit einem Masterplan „endlich etwas an der katastrophalen Schulsituation ändern“, zudem mehr Kita-Plätze schaffen. Frankfurt solle unter anderem mit einer ausgeweiteten Videoüberwachung sicherer gemacht werden, insbesondere der Dauer-Brennpunkt Bahnhofsviertel.

OB-Wahl-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne)

Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne): Für die Grünen geht die frühere Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg ins Rennen. Sie spricht sich dafür aus, im RMV ein günstiges Jahresticket für 365 Euro einzuführen. Die Verdrängung von Obdachlosen und Drogenabhängigen in Frankfurt hält sie für falsch. Besser sollten bestehende Hilfsangebote weiterentwickelt werden, meint sie.

OB-Wahl-Kandidatin Janine Wissler (Linke)

Janine Wissler (Linke): Wissler ist seit 2008 Abgeordnete im hessischen Landtag. Reichtum müsse gerecht verteilt werden, fordert die 36-jährige Diplom-Politologin. In Frankfurt heiße das: Moderne Schulen, ein merklich günstigerer und absehbar kostenloser Nahverkehr, ein für alle bezahlbarer Zugang zu Kultur und niedrige Mieten. Vor allem Luxushotels und –Apartments würden in Frankfurt neu gebaut, für Wissler ist das der falsche Weg. Es brauche dringend mehr Sozialwohnungen, hier sieht Wissler die städtische Gesellschaft ABG in der Pflicht.

OB-Wahl-Kandidat Volker Stein

Volker Stein (unabhängig): Stein ist ein „Frankfurter Bub“. Als solcher sorge er sich um die Sicherheit, die Lebensqualität und die Arbeitsplätze in seiner Stadt. Stein hat die Unterstützung der rechtspopulistischen BFF. Er will 100 zusätzliche Stadtpolizisten, gegen Bettler vorgehen und den „Drogentourismus“ beenden. Die Dienstwagen der hauptamtlichen Politiker sollen schrumpfen, freie Flächen in Frankfurt konsequent für den Wohnungsbau genutzt werden. Der öffentliche Nahverkehr soll pünktlicher und sicherer werden. Ein Förderprogramm soll Hausbesitzern helfen, Graffiti zu entfernen.

OB-Wahl-Kandidat Michael Weingärtner

Michael Weingärtner (Freie Wähler): Weingärtner geht für die Freien Wähler ins Rennen. Der 52-Jährige Feuerwehrmann fordert einen Stadtentwicklungsplan für Frankfurt. Mit Systembau und einem fixen Quadratmeterpreis soll das Problem der Wohnungsnot angegangen werden. Ob der Frankfurter Stadtwald langfristig bei der Suche nach neuen Flächen für den Wohnungsbau tabu sein dürfe, müsse man zumindest prüfen.

Oberbürgermeister-Wahl in FrankfurtDer FR-Wahlhelfer

Die Frankfurter Rundschau hat alle Kandidatinnen und Kandidaten zu wichtigen Themen befragt. Mit dem FR-Wahlhelfer finden Sie interaktiv heraus, mit wem Sie am meisten übereinstimmen.

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Wahltag: Sonntag, 25. Februar. Eventuelle Stichwahl: 11. März. Briefwahl: möglich seit 15. Januar, auch direkt im Amt. Details und weitere Fakten in unseren Fragen und Antworten.

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OB-Wahl-Kandidat Nico Wehnemann (Die Partei)

Nico Wehnemann (Die Partei): Die Satire-Politiker der „Partei“ verstehen sich aufs pointierte Provozieren, und Wehnemann ist da keine Ausnahme. Der Main werde mit seiner Wahl die Fließrichtung ändern müssen, verspricht Wehnemann unter anderem. Und: Sollte er es in die Stichwahl schaffen, müsse er passen. Da hat er nämlich keine Zeit.

OB-Wahl-Kandidatin Felicia Herrschaft

Felicia Herrschaft (parteilos): Auch die promovierte Soziologin Felicia Herrschaft, seit zehn Jahren Dozentin an der Goethe-Universität, kandidiert. Die 49-Jährige will Kulturlandschaften erhalten, zu denen sie auch die bereits geräumte Rennbahn in Niederrad zählt. In der Stadt soll eine „solidarische“ Atmosphäre entstehen. Unter anderem sollten Radfahrer viel mehr Raum auf der Straße bekommen als bisher, zudem brauche Frankfurt runde Bänke an Main und Nidda. Dort sollten Wildwiesen entstehen, die nicht mehr gemäht werden.

OB-Wahl-Kandidatin Juli Wünsch

Juli Wünsch (parteilos): Die 43-jährige Architektin Juli Wünsch, die sich in der Bürgerinitiative Grüne Lunge am Günthersburgpark engagiert hat, tritt als parteilose Kandidatin an. Sie sieht die Natur in der Stadt durch Projekte wie den geplanten Stadtteil im Norden oder den wachsenden Flughafen bedroht. Der zunehmenden Bebauung müsse Einhalt geboten werden. Durch Beteiligung müssten Bürger verstärkt Einfluss nehmen können auf die Entwicklung Frankfurts.

OB-Wahl-Kandidat Ming Yang

Ming Yang (parteilos): Der parteilose Unternehmensberater Ming Yang steht für die wachsende Gemeinschaft der Chinesen in Frankfurt. Der in Sichuan geborene Wirtschaftswissenschaftler Ming Yang ist als Vize-Vorsitzender des Verbandes der Chinesen in Europa über Deutschland hinaus vernetzt. Der 53-Jährige will Kleinunternehmen unterstützen und mit der Umwandlung von Gewerbeflächen mehr geförderten Wohnraum schaffen. Verstärkt sollen Sprach- und Integrationskurse gefördert werden.

OB-Wahl-Kandidat Karsten Schloberg

Karsten Schloberg (parteilos): Der parteilose Betreiber eines Frisörsalons sei etablierter Parteistrukturen müde, erklärt er. Der 59-Jährige Kandidat will mit einem Dezernat, das ausschließlich für Sicherheit zuständig sein soll, die Kriminalität in der Stadt bekämpfen. Wohnungsbau soll billiger werden, der Nahverkehr auch. „Ich bin nicht nur bürgernah, ich bin Bürger“, betont Schloberg.

OB-Wahl-Kandidat Hein Gottfried Fischer

Hein Gottfried Fischer (parteilos): Fischer sieht sich als Lachtherapeut. Der 74-Jährige ist schon bei mehreren Bürgermeisterwahlen angetreten, so in Halstenbek bei Hamburg und in Selfkant bei Aachen. Das ist eine Art Hobby, doch er hat auch Inhalte zu bieten: Dringend müsse die Luftqualität in Frankfurt verbessert werden, sagt er. Auch müsse der Goethe-Turm wieder aufgebaut werden, aber diesmal besser gleich in einer feuerfesten Version.          

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