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Die Menschen im Riederwald sind lärmgeplagt.
Riederwaldtunnel
Frankfurt

Neues zum Lärmschutz am Riederwaldtunnel

Von Florian Leclerc
14:11

Wie laut wird es beim Bau des Riederwaldtunnels? Kommt drauf an, wo man steht – vor oder hinter der Lärmschutzwand. Bürger können den Unterschied selbst hören, beim Info-Termin von Hessen Mobil am Donnerstag, 28. Juni. Von 18 Uhr an lädt die hessische Straßenbaubehörde auf die Baustelle ein. Treffpunkt ist an der Straße Am Erlenbruch 80, Ecke Am Sausee. Dort verlegt Hessen Mobil eine Leitungsbrücke für Versorgungsleitungen. Eine Lärmschutzwand soll Lärm und Erschütterungen abhalten.

Mitglieder der Bürgerinitiative Riederwald wollen ebenfalls anwesend sein. Sie werfen Hessen Mobil vor, nicht transparent mit den Messwerten umzugehen. So habe Hessen Mobil 2014 bei Proberammungen drei Wochen lang Lärm von mehr als 80 Dezibel produziert, aber die überhöhten Werte erst fünf Monate später veröffentlicht. „Genau das macht uns Angst für die Zukunft“, sagte Rainer Frey, Sprecher der Initiative.

Gebaut wird der Riederwaldtunnel über einen Zeitraum von sieben Jahren und neun Monaten. Die Arbeiten sollen nach Angaben von Hessen Mobil 2020 beginnen. Zuvor muss die oberste Verkehrsbehörde, das Land Hessen, die Planfeststellung genehmigen. Das soll im Sommer 2019 geschehen. Derzeit läuft ein Planänderungsverfahren.

Die Bürgerinitiative geht davon aus, dass die Planfeststellung beklagt wird. Dann würde sich der Baubeginn verzögern. Aus Sicht der Initiative reicht der vorgesehene Lärm- und Schallschutz während der Bauzeit nicht aus. So sei die Pestalozzischule während der Arbeiten so stark von Lärm belastet, dass die Schüler nur bei geschlossenen Fenstern lernen könnten. In der Grundschule lernen 250 Kinder. Ein Einbau von Lüftern, wie ihn der Ortsbeirat 11 vorgeschlagen hatte, lehnt der Magistrat der Stadt jedoch ab. In einem aktuellen Bericht empfiehlt er, stoßweise quer durchs Klassenzimmer zu lüften. Stoßlüftung werde vom Stadtschulamt empfohlen und verbrauche weniger Energie als Lüfter. Lüfter einzubauen würde das denkmalgeschützte Gebäude schädigen. Sinnvoller sei es, Schallschutzfenster an der West- und Südfassade einzubauen, wie es Hessen Mobil vorsieht. Bei geschlossenen Fenstern sei es in der Schule dann nicht lauter als 30 bis 40 Dezibel.

Der Magistrat regt an, die Lärmschutzwand nördlich der U-Bahn-Strecke um 260 Meter nach Westen, über die Haenischstraße hinaus, zu verlängern.

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