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Schüler im Klassenraum (Symbolfoto).
Schulen
Frankfurt

Die meisten Anmeldungen an der IGS West

Von Sandra Busch
10:42

Wenn Eltern und Schüler eine weiterführende Schule suchen, dann brodelt gerne mal die Gerüchteküche. Von Schulen wird sich da erzählt, an denen man mit dem Zweitwunsch im Jahr davor noch einen Platz ergattern konnte. Von Gymnasien, die mit Anmeldungen überschüttet werden. Das alles geht herum bei Eltern von Viertklässlern, denn jeder will die Chancen an der Wunschschule einschätzen können. Ob aber diese ganzen weitergetragenen Zahlen stimmen oder nicht, konnten Eltern bisher nicht nachprüfen. Denn die Anmeldezahlen für einzelne Schulen sind noch nie veröffentlich worden.

Nun stehen sie in einem Magistratsbericht der Stadt Frankfurt: Wie viele Anmeldungen jede Schule für den Jahrgang 5 hatte. Die Zahlen stammen aus dem Kultusministerium, die Anzahl an Erst- und Zweitwünschen, die man bei der Schulwahl angibt, sind von 2013 bis 2017 aufgelistet. Und im vergangenen Jahr war danach die Schule mit den meisten Erstwünschen: die IGS West, eine integrierte Gesamtschule in Höchst.

An diese Schule wollten die meisten Eltern ihr Kind nach der Grundschule schicken. Man könnte die IGS West nun die beliebteste Schule der Stadt nennen. Allerdings ist es auch so: Dort ganz im Westen der Stadt gab es bis vor kurzem keine weitere IGS. Wer sein Kind wohnortnah auf eine IGS schicken wollte, dem blieb fast nur die IGS West. Genau deshalb hat vor drei Wochen die neue IGS 15 in Unterliederbach eröffnet.

Doch Eltern reagieren oft verhalten auf ganz neue Schulen. Bei den Gymnasien bildet das Schlusslicht das 2015 eröffnete Adorno-Gymnasium in Höchst. 17 Erstwünsche bekam es 2017. Auch das Gymnasium Nord belegte einen hinteren Platz mit 106 Erstwünschen – allerdings steigt die Akzeptanz mit der Dauer des Bestehens. Ein Jahr davor war die Schule nur 15 Mal mit Erstwunsch angegeben worden. Und auch an den Spitzenreitern 2017 lässt sich erkennen, dass es für Eltern gar nicht unbedingt eine Traditionsschule sein muss: Die IGS West und auch die Schule mit den zweitmeisten Erstwünschen, das Gymnasium Riedberg, sind beide erst wenige Jahre alt.

Bei den etablierten Gymnasien brauchen Eltern aber kaum darauf zu hoffen, mit dem Zweitwunsch an einen Platz zu kommen. Sie sind alle begehrt. Ausnahme: die humanistischen Gymnasien Heinrich-von-Gagern und Lessing. Das Lessing war immerhin fast voll mit Erstwünschen, das Gagern hatte dagegen vergangenes Jahr noch 22 Plätze frei.

Bei den integrierten Gesamtschulen ist mehr als die Hälfte bereits mit Erstwünschen voll. Neben der IGS West haben auch die Ernst-Reuter-Schule II und die Carl-von-Weinberg-Schule einen Platz unter den zehn meistgewählten Schulen der Stadt. Andere, wie etwa die Schule am Mainbogen, haben nicht einmal genügend Zweitwünsche, um ihre Plätze zu belegen. Doch die Schule am Mainbogen liegt in Fechenheim auch nicht unbedingt gut erreichbar für Schüler anderer Stadtteile.

Bei den reinen Realschulen lag die Robert-Koch-Schule in der Gunst der Eltern ganz vorne. Sie hatte die meisten Erstwünsche – konnte aber dennoch nur 88 der 90 Plätze damit füllen. Ausgebucht mit Erstwünschen waren Falk- und Deutschherrenschule. Schwer tun sich die Realschulzweige von verbundenen Schulen. Sie waren höchstens zur Hälfte mit Erstwünschen belegt.

Doch das Wahlverhalten der Eltern vom vergangenen Jahr lässt nicht unbedingt aufs nächste schließen. An der Musterschule etwa: Vergangenes Jahr mussten sieben Erstwünsche abgelehnt werden, weil die Kapazität überschritten war. Im Jahr davor waren es sieben Erstwünsche zu wenig, um die Schule zu füllen. Beim Adorno-Gymnasium ändert sich nächsten Sommer der Standort: Es wird auf den Campus Westend ziehen und mal einen Neubau erhalten – und könnte damit in der Gunst der Eltern steigen.

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