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Ganz neu, für ganztägiges Lernen und Leben aber alles andere als perfekt, findet die GEW: die Viktoria-Luise-Schule.
Schulen in Frankfurt
Frankfurt

Vielfalt an Betreuungsformen

Von Sandra Busch
13:27

In Hessen gibt es zahlreiche Varianten, wie das Ganztagsprogramm aussehen kann. Die eine Schule bietet ein paar freiwillige AGs am Nachmittag an, die andere ein über den ganzen Tag verbindliches, rhythmisiertes Programm. Land und Kommunen übernehmen dabei die Verantwortung, außerdem engagieren sich Freie Träger – also Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Vereine. Eltern können diese große Vielfalt eigentlich gar nicht überblicken – und selbst den Verantwortlichen fällt das schwer. In Frankfurt will Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) die Ganztagsprogramme vereinheitlichen und mehr Struktur reinbringen, demnächst will sie dazu ein Konzept vorstellen. Denn der Flickenteppich ist in der Stadt besonders groß.

Da gibt es etwa die Übermittagsbetreuung an manchen Grundschulen. Sie wird im Anschluss an den Unterricht von freien Trägern aber auch von den Fördervereinen der Schulen bis 14 Uhr organisiert. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Plätzen.

In der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB) der Stadt können Grundschüler nach dem Unterricht bis 15 oder 17 Uhr bleiben. Kita Frankfurt oder freie Träger übernehmen die Betreuung. Der Schwerpunkt liegt auf Arbeitsgemeinschaften, weniger auf offenen Betreuungsangeboten. An manchen Schulen leiten auch Lehrer AGs, je nachdem, in welchem Profil die Schule ist (siehe unten). Es gibt eine begrenzte Platzzahl. Die ESB findet in der Schule statt, einige haben extra Räume dafür, andere arbeiten mit multifunktionalen Räumen. 71 Frankfurter Grundschulen haben eine ESB – das sind fast alle. In diesem Schuljahr sind 531 Plätze hinzugekommen, nun gibt es in der Stadt 6300 ESB-Plätze.

In der offenen Frankfurter Ganztagsschule (OFG) werden Kinder von 7.30 bis 17 Uhr an der Schule betreut. Der Schwerpunkt liegt auf offenen Betreuungsangeboten, weniger auf AGs. Viele OFG sind schon in eine ESB umgewandelt worden.

Beim Pakt für den Nachmittag gibt es eine Betreuung der Kinder von 7.30 Uhr bis 17 Uhr in der Grundschule. Das Land stellt von 7.30 bis 14.30 Uhr die Lehrer, danach übernimmt die Stadt. Es gibt AGs und offene Angebote. In Frankfurt nehmen 16 Grundschulen am Pakt teil. Jedes Kind bekommt an seiner Schule einen Platz in der Betreuung.

Zudem gibt es Horte , in denen Kinder nach dem Unterricht außerhalb der Schule betreut werden. Sie werden von der Stadt oder von freien Trägern betrieben. Die Stadt baut Horte aus, weil der Aufbau der Betreuung an den Schulen nicht schnell genug geht.

Mit drei Profilen unterscheidet das Kultusministerium seine drei Ganztagsmodelle. Profil 1 : an mindestens drei Tagen Hausaufgabenbetreuung oder AGs bis 14.30 Uhr, Lehrer und freie Träger gestalten das Programm. Schulen im Profil 2 : Ganztagsangebot an fünf Tagen, Montag bis Donnerstag bis 16 oder 17 Uhr, Freitag bis 14 Uhr. Die Teilnahme an den Angeboten im Profil 1 und 2 ist für die Schüler freiwillig. Es gibt daher auch Schulen, die zusätzlich eine ESB haben. Profil 3 : Betreuung an fünf Tagen bis 16 oder 17 Uhr. Die Teilnahme ist für die Schüler ganz oder teilweise verpflichtend, da auch am Nachmittag Unterricht stattfindet. „Echte“ Ganztagsschulen (Profil 3) gibt es in Frankfurt wenige: 14. Darunter acht Gesamtschulen, vier Förderschulen, kein Gymnasium. Im Profil 1 arbeiten 39 Schulen, im Profil 2 sind es 28. Etwa die Hälfte der Frankfurter Schulen findet sich in gar keinem Profil des Ministeriums.

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