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Bereits 2017 demonstrierten Anwohner gegen das hohe Verkehrsaufkommen im Stadtteil.
Seckbach
Frankfurt

Erst Berufsverkehr, dann Raser

Von Moritz Elliesen
21:36

Zwei Stunden soll am morgigen Dienstag kein Auto durch die Wilhelmshöher Straße rollen: Zwischen 16 und 18 Uhr will die Aktionsgruppe „Verkehrsberuhigung Wilhelmshöher“ die Straße dichtmachen. Mit einer Demonstration will die Gruppe auf die angespannte Verkehrssituation auf der Seckbacher Hauptverkehrsader aufmerksam machen.

Die Wilhelmshöher Straße ist eine der wichtigsten Durchfahrtstraßen für Pendler, die aus dem Frankfurter Osten in die Innenstadt fahren. Bis zu 14 000 Autos rollen laut Bonny Fischer, Gründerin der Aktionsgruppe, jeden Tag durch die Straße. „Man kann sich hier gar nicht mehr begegnen, weil es zu laut ist.“ Der Unmut im Stadtteil sei groß. „Wir sind nicht nur ein paar unzufriedene Bürger, sondern ein Stadtteil, der sich das nicht mehr bieten lässt.“

Dabei ist der Pendlerverkehr nur eines von vielen Übeln: Fischer berichtet von Lastwagen, die trotz Durchfahrtverbot immer wieder die Wilhelmshöher Straße nutzen. Vor allem für Kinder sei das gefährlich, weil der Bürgersteig nur einen halben Meter breit sei: „Oft laufen die Schulkinder im Abstand von zehn Zentimetern an den Lastwagen vorbei.“ Ein weiteres Problem seien die Raser: „Nach den Hauptverkehrszeiten wird geheizt“, so Fischer. Bei einer Messung im März seien Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde gemessen worden – erlaubt sind lediglich 30 Kilometer pro Stunde.

Aus Sicht der Aktionsgruppe könnte die Stadt die Situation mit wenig Aufwand erträglicher gestalten. Fischer und ihre Mitstreiter fordern einen festinstallierten Blitzer sowie regelmäßige Kontrollen, um das Lastwagen-Durchfahrtsverbot durchzusetzen. Langfristig müsse der Frankfurter Osten aber besser ans Nahverkehrsnetz angebunden werden, um die Wilhelmshöher Straße zu entlasten.

Bereits im Februar 2017 haben sie ihre Forderungen an Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) herangetragen. Zusätzlich übergab die Aktionsgruppe im vergangenen Mai eine Unterschriftenliste mit rund 300 Unterzeichnern an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Ohne Erfolg: Weder der Verkehrsdezernent noch der Oberbürgermeister hätten gehandelt. Eine Anfrage zu den Vorwürfen der Aktionsgruppe ließ das Verkehrsdezernat unbeantwortet.

„Wenn Gespräche und Unterschriften nichts bringen, müssen wir anders Druck aufbauen“, sagte Fischer. „Wir fordern nichts Unmögliches.“ Die Demonstranten treffen sich am morgigen Dienstag um 16 Uhr an der Haltestelle Eschwegerstraße sowie im Klingenweg und laufen sich anschließend auf der Wilhelmshöher Straße entgegen. Fischer rechnet mit 150 Teilnehmern. „Es wäre schön, wenn die Straße komplett dichtgemacht wird.“

Auto-Pendler sollten sich darauf einstellen, dass am Dienstagnachmittag kein Durchkommen ist. Auch die Busse der Linie 43 und 38 könnten von der Demonstration aufgehalten werden. Die Leitstelle sei informiert und werde die Busse nach Bedarf umleiten, sagte ein Sprecher der Busbetreiber-Gesellschaft Traffiq auf Anfrage.

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