Stadtschülerrat
Frankfurt

Für mehr Demokratie an Schulen

Von Sandra Busch
11:11

An Alex‘ Schule sprechen sich die Lehrer in der Gesamtkonferenz für ein Verbot von Jogginghosen in der Schule aus. Eine solche Regel finden Alex und seine Mitschüler blöd. Doch was tun? Wo können Schülerinnen und Schüler mitreden, wie an Entscheidungen mitwirken? Es gebe Möglichkeiten, doch die Potenziale blieben häufig ungenutzt, sagt Leonie Schiffler, ehemalige stellvertretende Stadtschülersprecherin. „Oft wird weder im Unterricht noch außerhalb erklärt, wie die Strukturen der Schülervertretung aufgebaut sind und was man damit erreichen kann.“

Deshalb hat der Frankfurter Stadtschülerrat das nun selbst in die Hand genommen und ein Aufklärungsvideo gedreht. Und in diesem Clip kommt Alex vor, der ein Jogginghosenverbot zu verhindern versucht. Es geht in dem Video um die Aufgaben eines Klassensprechers und der Versammlung aller Klassensprecher an der Schule, dem Schülerrat. Um Verbindungslehrer, Schulkonferenz, Schulsprecher und den Stadtschülerrat. Wie Schüler eigene Projekte an ihren Schulen einbringen, wie sie sich stadtweit engagieren können. Schulstress, Noten, fehlende Mittel für Schülervertretungen, fehlende Aufklärung, Verstöße gegen Schülerrechte – die Probleme der Schüler und ihrer Vertretungen seien zahlreich, sagt Stadtschülersprecher Kevin Saukel. „Gerade neu gewählte Schülervertretungen werden aber ohne jegliche Unterstützung ins kalte Wasser geworfen.“

Die Wege der Beteiligung für Schülerinnen und Schüler an den Schulen zeigt nun dieses Video auf. Wie Einfluss auf den Schulalltag genommen werden kann: Die Schüler an Alex‘ Schule wenden das Jogginghosenverbot über ihre Mitwirkung in der Schulkonferenz und eine Entscheidung der Schülervollversammlung ab.

Das Videoprojekt des Stadtschülerrats und der Landesschülervertretung wurde technisch unterstützt vom Medienzentrum Frankfurt, finanziell vom Bildungsdezernat. Es ist auf Youtube zu finden, und der Stadtschülerrat will DVDs an allen Schulen bringen. „Bis zur Etablierung von gelebter Demokratie an Schulen liegt noch ein weiter Weg vor uns“, sagt Schiffler. „Allerdings hoffen wir, dass wir mit unserem Projekt einen kleinen Schritt in die richtige Richtung machen können.“

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