Batschkapp-Gelände
Frankfurt

Supermarkt kehrt in die Maybachstraße zurück

Von Jan Klauth
08:51

Die Zeiten der legendären Batschkapp sind in Eschersheim lang vorbei – die des alten Rewe-Marktes auf dem Gelände an der Maybachstraße allerdings auch. Mehr als zwei Jahre ist es her, dass der 1979 als „HL-Markt“ eröffnete Nahversorger dichtmachte um einem Neubau der städtischen Wohnbaugesellschaft ABG Holding Platz zu machen. Nun gibt es gute Nachrichten: Seit Mittwoch kann im neueröffneten Rewe-Markt im Parterre des Gebäudes eingekauft werden.

Damit schließt sich eine Lücke in der Nahversorgung fürs nördliche Eschersheim und den alten Ortskern. Wer den Einkauf nicht beim Biomarkt am Weißen Stein erledigen wollte, musste in Richtung Süden auf die Eschersheimer Landstraße zu Penny oder Nahkauf fahren oder gar zum Frankfurter Berg – bis zu drei Kilometer weit. „Für ältere Leute, gerade ohne Auto, war das Einkaufen ein ziemliches Problem“, sagte eine Anwohnerin aus der Zehnmorgenstraße bei der Eröffnung am Mittwochnachmittag. Ortsbeirat Manfred Höfken (SPD) pflichtete bei: „Die Wege waren zu weit, nun können viele den Supermarkt wieder fußläufig erreichen.“

11 000 Artikel auf rund 1200 Quadratmetern bietet der neue Rewe-Markt, 35 Mitarbeiter werden eingestellt. Knapp 100 Quadratmeter – und damit um die Hälfte kleiner als geplant – ist der angrenzende Getränkemarkt. „Durch die Auflagen der Bahn mussten wir kleiner bauen“, erklärte Bernd Föll von der Expansionsabteilung des Lebensmittelhändlers. Unmittelbar neben dem Gebäude verlaufen die Gleise der Main-Weser-Strecke, die momentan ausgebaut wird. Das Besondere am Eschersheimer Markt sei das Energiekonzept. So wird etwa die Wärme der Kühlschränke und Gefriertruhen für die Raumheizung verwendet. „Kein Öl, kein Gas, keine Fernwärme“, betonte Föll. Der Markt brauche daher etwa 40 Prozent weniger Energie als vergleichbare Immobilien.

Noch weiter in Geduld üben müssen sich hingegen die zukünftigen Mieter der 27 Wohnungen über dem Rewe, denn die ABG hängt beim Zeitplan knapp drei Monate hinterher. Während bei der Eröffnung im Verkaufsraum mit Sekt und Orangensaft angestoßen wird, sind auf der Rückseite die Bauarbeiten noch voll im Gange. Ursprünglich sollten die Räume im April bezugsfertig sein. „Nun ist der 1. Juli angedacht“, sagt ABG-Chef Frank Junker der FR. Vor allem der harte Winter, sei Grund für die Verzögerung. „Die Bauarbeiten sind nun in den letzten Zügen.“ Rund 13 Millionen investiert die ABG in den viergeschossigen Bau, den Architekt Jo Franzke entwarf. Drei bis vier Zimmer haben die Wohnungen, der Mietpreis beginnt bei zwölf Euro pro Quadratmeter.

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