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Mütter und Kinder beim Shopping in der Homburger Landstraße.
Bonames
Frankfurt

Zwischen Wochenmarkt und kleinen Läden

Von Fabian Böker
12:03

Einkaufen in Bonames ist nicht unbedingt ein Erlebnis. Zumindest dann nicht, wenn man seine Einkäufe auf dem donnerstäglichen Wochenmarkt erledigen möchte. Denn der existiert beinahe nur dem Namen nach. Wirklich schlecht ist die Infrastruktur im Stadtteil aus Konsumentensicht aber nicht.

„Von 9 bis 20 Uhr“, so lange soll der Markt laut Angaben des Schildes am Donnerstag geöffnet sein. Das stimmt so nicht. Genauso wenig wie der Satz „Der Markt bietet eine große Vielfalt an Lebensmitteln sowie ein kleines Imbissangebot“, der sich auf der Homepage der Stadt Frankfurt finden lässt. Frühestens um 13 Uhr kommt hier Bewegung auf den Platz am Wendelsgarten. Aber die ist unscheinbar, denn mehr als zwei Stände werden hier nicht mehr aufgebaut. Einer für Feinkost, einer für Wein. Der fungiert ab dem späten Nachmittag wenigstens als Treffpunkt für die Bonameser, auch ohne dass sie etwas kaufen.

Die „wichtige soziale Funktion für den Stadtteil und seine Bewohner“ schätzt auch Michael Lorenz von Management für Hafen und Markt (HFM) Frankfurt, der für die Wochenmärkte zuständigen Gesellschaft der Stadt. Dennoch sei es nicht wegzureden, dass die Entwicklung des Bonameser Marktes seit seiner Premiere am 23. April 2009 mit damals 13 Ständen bedenklich ist. Eine Schließung sei allerdings „nicht angestrebt“.

Der Markt ist also nicht mehr die erste Anlaufstelle, um die Lust auf Konsum zu stillen. Nur wenige Meter weiter, zwischen Oberer Kalbacher Weg und der U-Bahn-Station Bonames Mitte, tummeln sich diverse kleine Läden, die vor allem die Waren des alltäglichen Bedarfs bereithalten. Ein Penny, daneben – zumindest noch bis Jahresende – ein Smart-Markt, zwei Bäckereien, ein türkischer Gemüsehändler, eine Lottoannahmestelle, ein Geschäft für asiatische Lebensmittel, ein Getränkeladen, eine Trinkhalle, eine Apotheke. Zudem am Ende der Bonameser Hainstraße mit der Metzgerei Haase ein absolutes Traditionsunternehmen.

Und am Wendelsgarten, der einst für rund zwei Millionen Euro erneuert wurde, hat sich nach langer Suche auch ein Pächter für das Café gefunden. Seit 2009 war danach gesucht worden, 2015 zog dann endlich das „Bona Missa“ ein, wo es seitdem Frühstück, Backwaren oder auch Pizza gibt. Vergleicht man die Situation mit der vor ein paar Jahren, hat sich viel getan.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) sagt: „Grundsätzlich mache ich mir keine Sorgen.“ Die Struktur sei positiv, gerade den Bereich rund um die Homburger Landstraße und den Oberen Kalbacher Weg hebt er hervor. „Dort findet man viele kleine Läden, sehr konzentriert, was einen gewissen Charme ausmacht.“

Dennoch ist Lange nicht zufrieden mit der Situation. Das liegt vor allem an den geringen Flächen, die in Bonames für Läden zur Verfügung stehen. Der Penny wolle schon seit Jahren eine Vergrößerung; den Entschluss, den Smart-Markt zum Jahresende zu schließen, hat der Ortsbeirat in seiner vergangenen Sitzung genutzt, um die Wirtschaftsförderung der Stadt aufzufordern, für mehr Flächen zu sorgen.

Und wem das Angebot in Bonames dann doch nicht ausreicht, kann trotzdem Richtung Penny und Smart-Markt gehen. Direkt vor den Türen fährt der Bus 27 nach Nieder-Eschbach. Und in dem nördlich angrenzenden Nachbarstadtteil gibt es einen großen Rewe.

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