Dornbusch
Frankfurt

Parken im Schlamm

Von Jan Klauth
22:26

Für die Bewohner der Albert-Schweitzer-Siedlung ist die Lage unbegreiflich: Seit Jahren verschlimmert sich die Parksituation im Viertel. Besonders der große Anwohnerparkplatz hinter dem Hochhaus Waldecker Straße 19 ist in desolatem Zustand. Anwohnerin Sadina Hadzimurativic macht ihrem Ärger Luft: „Seit mehr als zwanzig Jahren müssen wir auf einem Schlammfeld parken. Wenn es regnet, ist der Parkplatz überflutet, wir gelangen nur mit Gummistiefeln zu unseren Autos.“ 

Zusammen mit Nachbarn führt sie durch die Siedlung. Nicht nur der Parkplatz ist ein Problem. Im Bogen rund um das Hochhaus herrscht absolutes Parkverbot; der Platz muss für die Feuerwehr freigehalten werden. Viele Anwohner scheint das wenig zu interessieren: Kreuz und quer parken Autos im Halteverbot. 

Auf den Anwohnerparkplatz gelangen Autofahrer über einen engen Zufahrtsweg. „An dessen Rand wurden bis in die angrenzenden Grünflächen Autos abgestellt“, berichtet Hadzimurativic. Die erboste Anwohnerin wandte sich ans Grünflächenamt. Das reagierte schnell und stellte Steine als Hindernis an den Rand des Zufahrtswegs. Tiefe Reifenabdrücke im Schlamm zeugen noch von den Parksündern. 

Auf dem Weg zum Parkplatz gibt es ein weiteres Hindernis. Eine Schranke, die per Schlüssel aufgeschlossen werden muss. „Man muss sie per Hand auf und wieder zu machen“, demonstriert Anwohnerin Sabine J. Gerade Frauen würden sich aber scheuen, in der Dunkelheit zweimal aus dem Auto zu steigen, sagt sie. Die Konsequenz: Ab der Dämmerung steht die Schranke meist offen – viele Anwohner ohne Parkberechtigung fahren auf den Parkplatz. 

Löcher werden größer

Vergangenes Jahr wurde das Auto von Anwohnerin Sabine J. auf dem Parkplatz beschädigt, weil sie beim Einfahren aufsetzte. „Grund dafür sind die Löcher, die größer werden“, sagt sie. Neben fehlenden Markierungen nerven die Anwohner die Gullys, die ständig verstopft seien und überliefen. Vor wenigen Wochen wandte sich die Anwohnerin an das Amt für Bau und Immobilien, die die Stellplätze für knapp 40 Euro im Monat vermietet. Die Antwort: Der Parkplatz sei Teil des Grüngürtels und solle zur Grünfläche umgewandelt werden. Frei werdende Parkplätze würden nicht mehr vermietet. 

„Die Situation ist absurd“, sagt Donna Ochs, SPD-Mitglied im zuständigen Ortsbeirat 9. Außerhalb des Parkplatzes gebe es kaum Stellplätze in der Siedlung. „Außerdem ist die Fläche nicht Teil des Grüngürtels.“ Das beweist die städtische Landschaftsschutzkarte: Das Areal liegt in der Zone 1, außerhalb des Grüngürtels. 

Im Ortsbeirat fordert nun die CDU den Bau einer Tiefgarage, die SPD die Sanierung und Neuausweisung der Parkplätze. Die  Sitzung beginnt am Donnerstag, 15. März, 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Familia, Am Hochwehr 11.

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