© Monika Müller, FR
Die Unterkunft am Alten Flugplatz bietet derzeit 330 Menschen ein Zuhause, unter ihnen viele Kinder.
Flüchtlinge in Frankfurt
Frankfurt

Flüchtlingsunterkunft am Alten Flugplatz soll bleiben

Von Hanning Voigts
07:20

Die Stadt Frankfurt will die seit Juni 2016 bestehende Flüchtlingsunterkunft am Alten Flugplatz Bonames-Kalbach drei weitere Jahre bis Ende 2021 für geflüchtete Menschen nutzen. Das sagten Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Donnerstag bei einem Ortstermin in der Unterkunft, zu dem neben Vertretern der Frankfurter Diakonie als Betreiberin der Einrichtung auch die Mitglieder der zuständigen Ortsbeiräte 10 (Bonames) und 12 (Kalbach) eingeladen worden waren.

Der Bedarf an Unterkünften für Flüchtlinge sei unverändert hoch, sagte Birkenfeld. Die Stadt bringe derzeit 4900 Flüchtlinge unter, 2600 von ihnen seien anerkannt oder subsidiär schutzberechtigt. Monatlich verließen 45 Geflüchtete ihre Unterkünfte, weil sie eine Wohnung fänden oder aus Frankfurt wegzögen. Da Frankfurt aber weiter jede Woche zehn neue Flüchtlinge zugewiesen bekomme und die Zahl der Menschen auch durch Familiennachzug und Geburten steige, werde man bis Ende des Jahres etwa 250 zusätzliche Unterkunftsplätze benötigen.

„Es wird also immer enger und enger“, sagte die Sozialdezernentin. Weil die Unterkunft am Alten Flugplatz hervorragend arbeite und 330 dringend benötigte Plätze biete, wäre es „wunderbar, wenn wir hier länger bleiben könnten“.

Umweltdezernentin Heilig erinnerte daran, dass es zu Beginn große Bedenken gegen die Unterkunft gegeben habe, weil der Alte Flugplatz ein „besonderer Naturstandort“ sei. Die Unruhe habe sich aber vollständig gelegt, mit den Naturschutzverbänden bestehe inzwischen eine enge Zusammenarbeit, die Geflüchteten arbeiteten in einem Amphibienschutzprojekt mit und belegten Kurse der hessischen Naturschule. „Wir glauben, dass dieses Projekt naturverträglich ist“, sagte Heilig.

Auch die Mitglieder der Ortsbeiräte betonten, die Einrichtung leiste hervorragende Arbeit. Carolin Friedrich (CDU), Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 12, sagte, es gebe in Kalbach eine große Hilfsbereitschaft und keinerlei Probleme mit den Flüchtlingen. Sie sei stolz darauf, was vor Ort für die Integration getan werde. Robert Lange, CDU-Ortsvorsteher im Ortsbeirat 10, sagte, die anfängliche Skepsis habe sich gelegt. Er halte die Unterkunft mittlerweile für ein „Leuchtturmprojekt“. Ein Fortbestand der Unterkunft sei auch im Interesse der Flüchtlinge, die vor Ort angekommen seien und im Falle einer Schließung umziehen müssten, sagte Lange.

Michael Frase, der Leiter der Frankfurter Diakonie, betonte, die Unterkunft sei im Stadtteil akzeptiert, es gebe keinerlei nennenswerte Konflikte. „Alles ist wunderbar gelungen, das ist nicht selbstverständlich“, sagte Frase. Derzeit lebten 330 Menschen, hauptsächlich Afghanen und Syrer, in der Einrichtung, vor allem junge Familien. Die 180 Kinder und Jugendlichen seien in Kitas und Schulen gut integriert und würden zudem gezielt zusätzlich gefördert.

Sozialdezernentin Birkenfeld sagte, wenn es keine Einwände aus den Ortsbeiräten gebe, werde sie die stadtnahe Grundstücksgesellschaft KEG bitten, bei der Bauaufsicht eine Verlängerung für den Betrieb der Unterkunft zu beantragen. Ein Magistratsbeschluss sei dafür nicht nötig.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main   Zur Startseite