© Christoph Boeckheler, FR
Ortsvorsteher Robert Lange am Sportpark Preungesheim.
Frankfurt-Nord
Frankfurt

„Wie warten auf Signale“

Von Fabian Böker
18:10

Robert Lange (CDU) ist seit 2006 Ortsvorsteher im Ortsbeirat 10. Der 56-jährige Bankkaufmann ist gebürtiger Frankfurter. Für die CDU sitzt er seit 2009 im Stadtparlament, auch schon von 2001 bis 2006.

Herr Lange, ein großes Projekt hat aktuell vor allem Auswirkungen auf Berkersheim: der Ausbau der Main-Weser-Bahn. Wie ist die Situation vor Ort?
Die Belastung für die Menschen in Berkersheim ist ungleich höher als für andere, das ist klar. Dabei geht es nicht nur um den Baulärm, sondern auch um den dazugehörigen Schwerlastverkehr. Es ist gerade zwar etwas ruhiger, das ist aber nur eine Momentaufnahme.

Was ist bei der Kommunikation zwischen Bahn und Bürgern falsch gelaufen?
Es hat gut angefangen. Doch dann kam Sand ins Getriebe, das war eine Enttäuschung. Bei der Bahn gab es verschiedene Ansprechpartner, die nicht immer geantwortet haben.

Wie ließe sich die angespannte Situation lösen?
Es wäre schön, wenn die Bahn endlich die Grundstücke bekäme, die ihr noch zur Errichtung der Baustraße fehlen.

Angespannt ist die Situation auch für den Reitverein und die Kerb. Sehen Sie da schwarz?
Ich sehe es zumindest sehr kritisch. Ob der Reitverein, dessen Halle abgerissen werden muss, das alles selbst regelt oder sich einen Investor holt, weiß ich nicht. Die etwaige Umnutzung bisher von Reitern genutzter Stellen zugunsten des Landschaftsschutzes könnte alles noch sehr erschweren.

Sie hatten schon die mangelnde Kommunikation der Bahn erwähnt. Ähnliches hört man auch in Bezug auf die Ortsrandstraße in Bonames.
Die muss unbedingt kommen, um den Verkehr, der sich durch das Neubaugebiet Bonames-Ost noch erhöhen wird, aus dem Ortskern herauszuhalten. Doch wir – Ortsbeirat und Bürger – warten hier seit Jahren auf Signale aus den Ämtern. Das Vertrauen ist erst einmal weg.

In Bonames schließt zum Jahreswechsel der Smart-Markt. Gibt es einen Nachfolger?
Wie mir berichtet wurde, wechselt der benachbarte Penny in die Räume, wodurch er sich vergrößert. Das ist für die Bürger im Stadtteil eine gute Lösung.

Auf eine gute Lösung hofft auch der SV Viktoria Preußen in Eckenheim. Dem Verein wird seit Jahren eine Beleuchtung des Weges zum Sportplatz an der Hügelstraße versprochen, doch nichts passiert.
Ich bin zuversichtlich. Die Sache ist nun in guten Händen, nächstes Jahr wird etwas passieren.

Lange nichts passiert ist auch an der Gießener Straße, nun ist die Baustelle endlich beendet. Haben Sie daran noch geglaubt?
Ab Dezember schon. Vorher, so ehrlich muss man sein, waren das Baustellenmanagement und die Informationspolitik eine Katastrophe. Man hatte das Gefühl, dass das die erste Baustelle war, die es in Frankfurt gab.

Also wieder ein Kommunikationsproblem?
Ja, leider.

Wann soll in Eckenheim der vom Ortsbeirat beschlossene Bücherschrank kommen?
Das kann ein paar Monate dauern. Wie üblich ist mit Rücksicht auf eventuelle Leitungen im Gehweg der Sigmund-Freud-Straße noch der exakte Standort mit den Ämtern festzulegen.

Im vergangenen Jahr wurden so manche Ortsbeiratssitzungen von Eltern genutzt, um auf die ihrer Meinung nach schlechte Betreuungssituation für Hortkinder aufmerksam zu machen. Wie sieht es da in Bonames und am Frankfurter Berg aktuell aus?
Zu Bonames liegen mir keine konkreten Informationen vor. Am Frankfurter Berg sollen die Engpässe über die Albert-Schweitzer-Schule gelöst werden. Zudem laufen Gespräche zwischen Vermieter und der Deutschen Jugend aus Russland (DJR) als anerkanntem und voraussichtlichem Träger, ob das ehemalige 15. Polizeirevier genutzt werden kann.

Zu Diskussionen führt am Frankfurter Berg seit Jahren die geplante Neubausiedlung am Hilgenfeld. Eine Bürgerinitiative hat Bedenken. Was sagen Sie diesen Leuten?
Vor allem, dass ihre Sorgen berechtigt sind. Der Ortsbeirat selbst hat zum Beispiel einen Antrag zum Schutz vor Bahnlärm gestellt. Wichtig ist uns, dass der Übergang von alter zu neuer Bebauung fließend ist. Und angesichts des zunehmenden Verkehrs gibt es Optimierungsbedarf.

Ein Höhepunkt 2017 war die Eröffnung des Sportparks Preungesheim.
Das war seit 30 Jahren überfällig. Den ersten Antrag für eine Bezirkssportanlage habe ich in den 80ern gestellt. Dass es dann so grandios wurde, hat meine Erwartungen übertroffen.

Nach einem halben Jahr: Reichen die Kapazitäten noch?
Es wird eng. Aber es laufen schon Projekte an, die Situation zu verbessern. So bekommt zum Beispiel Makkabi ein eigenes Zentrum, so dass deren Kapazitäten im Sportpark frei werden.

Für Aufregung hat auch die Diskussion um vermeintliche Sicherheitsprobleme am Gravensteiner Platz gesorgt. Wie bewerten Sie diese im Rückblick?
Es gab verschiedene Probleme. Die Messerstecherei stellte sich als Beziehungstat heraus, die glücklicherweise aufgeklärt werden konnte. Aber es gab und gibt auch immer wieder Probleme mit Jugendlichen am Platz, die nicht unbedingt aus Preungesheim kommen. Aber unter anderem dank der aufsuchenden Jugendarbeit werden wir alles in den Griff bekommen, da bin ich mir sicher.

Interview: Fabian Böker

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