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Zwei Bauarbeiter arbeiten im Gegenlicht auf einem Gerüst. (Symbolfoto)
Frankfurter Berg
Frankfurt

Wohnprojekt im Neubaugebiet am Hilgenfeld

Von Fabian Böker
12:34

Dass am Hilgenfeld gebaut wird, ist klar. Auch an der Zahl von etwa 850 Wohnungen wird es nicht mehr viel zu ändern geben. Aber wie genau die Bebauung aussehen wird, weiß derzeit noch niemand. Dagmar Nord und Margarete Eich allerdings haben schon konkrete Vorstellungen.

Beide sind Mitglied der Gruppe Metropol. Die will ein gemeinschaftliches Wohnprojekt verwirklichen, sucht seit etwa fünf Jahren eine geeignete Immobilie, möglich in der Innenstadt. Nun haben Nord und Eich zusammen mit anderen ihre Suche ausgeweitet und sich zur AG Hilgenfeld zusammengeschlossen. Sie wollen von einem Beschluss der Frankfurter Stadtverordneten profitieren, der vorsieht, bei Bauvorhaben auf städtischen Grundstücken 15 Prozent der Wohnungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte vorzuhalten.

Die Fläche am Frankfurter Berg ist zwar streng genommen keine städtische Fläche, die allermeisten Wohnungen werden aber von der ABG – einer Tochter der Stadt – gebaut. Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), stellt klar: „Wir wollen das.“

Die Frage sei nicht, „ob wir diese Zusage einhalten, sondern in welcher Form“. Gespräche mit Interessenten habe es aber noch nicht gegeben, dafür sei es noch zu früh.

Für Dagmar Nord kein Grund, untätig zu sein. In ihren Gedankenspielen nimmt das Wohnprojekt konkrete Gestalt an. Bis zu 130 Wohnungen könnten infrage kommen, da soll es Platz für verschiedene Initiativen und Gruppen geben. Die sollen sich nicht nur über die Art des Wohnens definieren, sondern auch Angebote für die Nachbarn im Programm haben.

Räume für Stadtteilcafé

So können sich die AG-Mitglieder vorstellen, halböffentliche Räume zu schaffen. In denen könnten die Bewohner einerseits kulturelle Veranstaltungen anbieten, andererseits hätten die anderen Bürger die Möglichkeit, sich mit eigenen Ideen einzubringen: Car-Sharing, eine E-Bike-Station, vielleicht sogar eine Kinderbetreuung, die über das Projekt hinausgeht.

Dagmar Nord sprudelt geradezu über vor Tatendrang. „Und warum nicht ein Stadtteilcafé in den Räumlichkeiten eröffnen?“, fragt sie rhetorisch. Da könnte dann ein Austausch mit den Nachbarn stattfinden. Den strebt sie jetzt schon an, ein Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative Taunusside soll es bald geben.

Dabei wolle man den potenziellen Neu-Nachbarn auch erklären, worum es beim Gemeinschaftlichen Wohnen in erster Linie geht. Um eine „selbstbestimmte und solidarische Form des Zusammenlebens“. Zwar hätten die Bewohner in so einem Projekt eigene Wohnungen oder Zimmer, ein Großteil des Lebens würde sich aber in der Gemeinschaft abspielen. Man kocht zusammen, organisiert gemeinsam den Alltag, gerade für die – von der AG Hilgenfeld explizit als Zielgruppe angesprochenen – älteren Menschen, verbringt Zeit zusammen, achtet auf den anderen. „Wir wollen damit auch einen Gegenpol zur immer stärker werdenden Vereinzelung der Menschen bilden“, sagt Margarete Eich, die sich mit ihren 67 Jahren noch lange nicht zu alt fühlt, um ein solches Projekt anzugehen.

Noch wurden keine Gespräche geführt, bei Stadt und ABG ist man für Vorschläge offen. 

Kontakt zu Metropol über E-Mail: gruppe-metropol@web.de

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