© Renate Hoyer, FR
Das Restaurant im Bürgerhaus von Nieder-Erlenbach ist geschlossen. Und bleibt es auch.
Nieder-Erlenbach
Frankfurt

Keine Gastro im Bürgerhaus

Von Judith Gratza
18:49

Im Bürgerhaus Nieder-Erlenbach wird es keine Gastronomie mehr geben. „Wir haben nicht vor, das Restaurant wieder zu eröffnen“, sagt ABG-Holding-Chef Frank Junker auf Anfrage der FR. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist Eigentümerin der Saalbau GmbH und damit des Bürgerhauses in der Straße Im Sauern 10. Die Räume seien in einem desolaten Zustand, ein Umbau würde rund 600 000 Euro kosten, das stehe in keinem Verhältnis. Künftig sollen Getränkeautomaten und ein für Veranstaltungen über die Saalbau buchbares Catering das gastronomische Angebot ersetzen. „In Nied haben wir gute Erfahrungen damit gemacht.“

Das seit knapp einem Jahr geschlossene Restaurant im Nieder-Erlenbacher Bürgerhaus soll zu Versammlungsräumen umgewidmet werden. „Derzeit läuft die Planung, mit einem Ergebnis ist in zwei bis vier Wochen zu rechnen“, kündigt Junker an. Dann sollen die Pläne dem Ortsbeirat 13 vorgestellt werden.

Vorsteher Yannick Schwander (CDU) ist darob erbost. „Trotz Anrufen und Mails habe ich bislang keine Reaktion von der ABG Holding erhalten.“ Der Ortsbeirat hat immer wieder eine neue Gastronomie für die Räume gefordert. „Das Restaurant im Bürgerhaus ist das einzige Familienrestaurant in Nieder-Erlenbach“, hebt Schwander die Bedeutung hervor. „Ich erwarte, dass Herr Junker in die Sitzung kommt und diese Entscheidung erklärt, die Leute vor Ort verstehen das nämlich nicht.“

Begehung gefordert

Für die Sitzung am kommenden Dienstag fordert seine Partei eine Begehung der Räume mit Vertretern der ABG. Der Politiker zweifelt an der Höhe der Sanierungskosten. Vermutet mangelnde Ortskenntnis. Auch die SPD wirft der ABG vor, den maroden Zustand selbst verschuldet zu haben. Nun will sich der Ortsbeirat selbst ein Bild machen.

Einen gemeinsamen Ortstermin findet auch Junker gut. „Von außen ist ja nicht sichtbar, wie es drinnen aussieht“, räumt der ABG-Chef ein. Von mangelnder Ortskenntnis könne indes keine Rede sein. Er selbst habe sich ein Bild vor Ort gemacht. „Es ist katastrophal, in welchem Zustand der letzte Pächter die Räume verlassen hat, der ganze Boden pappt, als hätten Sie überall Sekundenkleber aufgetragen“, schildert er.

Um einen neuen Wirt finden zu können, müssten Restaurant und Küche, die über einen Speiseaufzug miteinander verbunden seien, komplett zurückgebaut und der Grundriss geändert werden. „Das bekommen wir durch die Miete nicht mehr rein.“

Der Ortsbeirat 13 tagt am Dienstag, 11. September, um 20 Uhr im Bürgerhaus, Im Sauern 10, Clubraum 1.

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