© Rolf Oeser, FR
Die Carlo-Mierendorff-Schule bekommt später als geplant eine Oberstufe.
Preungesheim
Frankfurt

Warten auf die Oberstufe

Von Sandra Busch
09:20

Eigentlich sollte die neue Oberstufe in Preungesheim seit fast drei Wochen in Betrieb sein. Nach den ursprünglichen Plänen. Doch davon redet schon lange keiner mehr. Dass die Oberstufe der Carlo-Mierendorff-Schule aber nicht mal im übernächsten Jahr eröffnen wird, das hat im Stadtparlament zu Diskussionen geführt. „Die Eltern sind entsetzt, und der Ortsbeirat wurde auch erst am vergangenen Freitag in Kenntnis gesetzt“, sagt Ayse Dalhoff (Linke). „Da muss es eine offenere Kommunikation geben.“ Schon 2016 war klar, dass eine Eröffnung 2018 nicht zu schaffen ist. Sie wurde auf 2019 verschoben und der Bau des 35-Millionen-Euro-Gebäudes an der Jaspertstraße ausgeschrieben. Aus der Ausschreibung ging ein Sieger hervor, doch ein unterlegener Bieter klagte vor einem Jahr dagegen. Das Ergebnis der Klage musste zunächst abgewartet werden, eine Eröffnung 2019 war so nicht mehr möglich. „Solange ein Rechtsstreit anhängig ist, gibt es ein Vergabeverbot, wir können niemand anderen beauftragen oder anders vorsorgen“, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU). 

2020 wurde also für den Start der Oberstufe angepeilt. Doch es kam wieder anders. Die Klage wurde zwar im Mai dieses Jahres abgewiesen, doch der Erstplatzierte wollte nicht mehr bauen. Es hat ihm alles zu lange gedauert. „Er sah sich nicht mehr verpflichtet, sich an das Angebot zu halten“, sagte Schneider. Damit musste der Bau des Gebäudes erneut ausgeschrieben werden, die Angebote werden laut Schneider nun gesichtet. Der Baudezernent spricht nun von einer Fertigstellung zum Schuljahr 2021. Mit dem Bau solle im vierten Quartal dieses Jahres begonnen werden. 

Vorwürfe wegen der Verzögerung gibt es vonseiten der SPD. Denn der Erstplatzierte hatte bereits Anfang des Jahres abgesagt.

Drei Klassen könnten fehlen

„Die Schule wird dringend gebraucht“, sagte Hubert Schmitt. „Da hätte auch der klagende unterlegene Bieter einspringen können, um das Bauvorhaben voranzubringen.“ Doch Schneider wollte dieser Firma keinen Auftrag erteilen, weil man schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht habe. Man wolle nicht mit Unternehmen arbeiten, mit denen bereits einmal Schiffbruch erlitten worden sei, sagte Schneider. In Zukunft müssten mehr Puffer bei Bauprojekten eingeplant werden. „Mit einem halben Jahr mehr Vorlauf haben wir dann hoffentlich nicht mehr solche Probleme.“

Seine Parteikollegin Sabine Fischer forderte, Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) solle solche Puffer im Schulentwicklungsplan einbauen. „Eine gute und frühzeitige gesamtstädtische Planung kann die ein oder andere Bauverzögerung auffangen.“

Der verzögerte Bau der Oberstufe für 560 Schüler könnte zu einem Mangel an Plätzen in der Sekundarstufe II in Frankfurt führen. Denn die Zahl der Schüler in der Stadt steigt stetig an, die Carlo-Mierendorff war fest dafür eingeplant, den Bedarf an Oberstufenplätzen zu decken. Eröffnet die Schule erst 2021, so fehlen laut Prognose im Jahr 2020 drei Oberstufenklassen.

  Zur Startseite