© Michael Schick, FR
Erst müssen die Sportler in den Container gefüllt mit Wasser springen, dann wieder hinausklettern und weiter laufen.
Riedberg
Frankfurt

Ein Kilometer voller Herausforderungen

Von Dominik Brück
15:15

Gemütliche Freizeitgestaltung sieht anders aus: Keuchend, schwitzend, klitschnass, aber mit einem Lächeln im Gesicht, haben sich am Sonntag rund 90 Sportler auf dem Gelände des SC Riedberg der Herausforderung des „Heartbeat Hero“-Hindernislaufes gestellt. Bereits zum zweiten Mal wurde das Sportevent vom Verein OCR (Obstacle Course Racing) Frankfurt organisiert. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer robbten, kletterten und krochen die Sportler über den Parcours.

Nicht nur die hohen Temperaturen und die 15 Hindernisse machten den Teilnehmern dabei zu schaffen, sondern auch das schnelle Tempo auf der ein Kilometer langen Strecke. „Die Strecke ist im Vergleich zu anderen sehr kurz“, sagt Fabian Raschke, sportlicher Leiter des OCR. „Wer in die nächste Runde will, muss durchgehend Vollgas geben.“

Von sechs Sportlern, die bei jedem Lauf an den Start gingen, qualifizierten sich nur die beiden schnellsten für die Finalrunde. Alle anderen erhielten in einem zweiten sogenannten Hoffnungslauf die Chance die nächste Runde zu erreichen. Eine Möglichkeit, von der nicht jeder Teilnehmer Gebrauch machte, da die Erschöpfung schon nach dem ersten Lauf zu groß war.

Auch wenn so mancher bereits nach einer Runde auf der Strecke aufgab, blieb die Stimmung durchgehend gut. „Es nehmen bei uns nicht nur Athleten teil, die sich im Wettkampf messen wollen, sondern auch viele Freizeitsportler, die das einfach nur mal ausprobieren wollen“, sagt Raschke. „Wir versuchen daher eine anspruchsvolle Strecke zu gestalten, die in jedem Jahr etwas Neues bietet.“

Außer Hindernissen, die es bereits im vergangenen Jahr gab, wie einer Strohpyramide und einer Holzwand, waren am Sonntag ein Wassercontainer, ein Netz zum Hangeln und ein Stangen-Hindernis zum Erklettern neu dabei. Insbesondere das Hangel-Hindernis wurde von vielen Teilnehmern dabei als größte Herausforderung wahrgenommen. Auch Jacqueline Krekow, die an rund zehn Hindernisläufen pro Jahr teilnimmt, teilt diese Einschätzung: „Wenn bei diesem Hindernis die Arme müde werden, wird es schwierig, sich zu halten.“

Die 23-jährige Polizeianwärterin läuft normalerweise Strecken von rund 21 Kilometern, freut sich aber über die Erfahrungen auf der kurzen Distanz in Riedberg. „Ein Sprint fühlt sich am Ende für den Körper genauso an wie eine längere Strecke, weil das Tempo einfach höher ist“, sagt Krekow. Trotz der Wettkampfsituation stünde der Spaß für sie aber im Vordergrund: „Andere gehen sonntags zum Spaß ein Eis essen, ich begeistere mich eben für diesen Sport.“

Begeistert war auch Michael Barthel vom OCR Frankfurt, der im Ziel außer Atem war, nachdem er unter anderem mit Wasser gefüllte Kanister einen Hügel hochschleppen, unter Holzbalken hindurchkriechen und das gefürchtete Hangel-Hindernis überwinden musste. „Es ist eine fordernde Strecke, aber mit der richtigen Technik kann man alle Hindernisse schaffen“, sagt der 32-Jährige aus dem Ostend. „Jeder kann die Distanz mit ein bisschen Training schaffen, daher ist der Wettbewerb auch für jedermann geeignet.“

Abgebrochen habe den Lauf noch niemand, da jeder die Möglichkeit habe, in seinem eigenen Tempo ins Ziel zu kommen. Es gebe daher auch Teilnehmer, die zwischen den Hindernissen gehen. „Es gibt natürlich Leute, die nach dem ersten Lauf nicht mehr können, aber jeder sagt, dass es einfach saugeil war“, sagt Barthel. „Das ist auch die Hauptsache, dass es Spaß macht.“

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