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Die Eltern der Marie-Curie-Schule an der Graf-von-Stauffenberg-Allee sind in Sorge.
Riedberg
Frankfurt

Erweiterung verzögert sich erneut

Von Sandra Busch
12:17

Die Eltern an der Marie-Curie-Schule sind sauer. Richtig sauer. Sie haben sogar einen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben. Und an Dezernenten und Ämter. Denn die Grundschule auf dem Riedberg ist proppenvoll – und die versprochenen provisorischen Holzmodule zur Erweiterung kommen einfach nicht. Im Gegenteil. Die Stadt verschiebt den Termin immer wieder. Von Sommer auf Herbst – „und nun wird uns nicht mal mehr ein Zeitpunkt genannt“, sagt Schulelternbeirätin Barbara Günther. „Ich glaube, die Holzmodule kommen gar nicht mehr.“

Dabei wird die Erweiterung dringend gebraucht. Die Zahl der Kinder auf dem Riedberg wächst stetig und die beiden Grundschulen im Stadtteil sind völlig überfüllt. Eigentlich ist die 2014 eröffnete Marie-Curie-Schule auf fünf Parallelklassen im Jahrgang ausgelegt. Doch es wurden immer mehr Schüler, Fachräume deshalb zu Klassenräumen umfunktioniert. In diesem Jahr hat die Schule nun sieben erste Klassen aufnehmen müssen. Um ihnen Platz zu bieten, sollte die provisorische Erweiterung mit vier Räumen her. „Eigentlich hätten wir das sogar schon im vergangenen Jahr gebraucht, um die Massen unterzubringen“, sagt Günther.

Nun sollte es zum Schulstart in diesem Jahr so weit sein. Doch die Stadt schaffte es nicht, die Holzmodule pünktlich auf den Schulhof zu bauen. Für den Herbst wurde daraufhin das Provisorium versprochen, für 100 Viertklässler eine Übergangslösung gefunden. Man mietete die Stadtteilräume im Jugendhaus an. Dort sind die Ganztagsschüler am Nachmittag untergebracht. „Darauf haben wir uns nur eingelassen, weil es lediglich um die Zeit bis zum Herbst ging“, sagt Günther. Denn das AG-Angebot und das normale Schulleben könnten die Viertklässler nicht nutzen, da die Auslagerungsstätte nicht direkt an der Schule liegt.

Aber die Schulgemeinde hat sich für die wenigen Wochen arrangiert. Doch kürzlich dann, da kam der Anruf des Amts für Bau und Immobilien (ABI): Es klappt nicht mit Herbst. Nun sind die Eltern verzweifelt. „Das schaffen wir nicht mit diesen Räumen“, sagt Günther. Sie seien viel zu klein, es sei dort zu laut. „Die Kinder sind eingepfercht, sie drehen dort durch.“ Bei gutem Wetter könnten sie immerhin noch raus, bei schlechtem Wetter nicht. „Die Betreuung im Winter ist dort nicht möglich“, sagt Günther. Sie ist verärgert über das Amt für Bau und Immobilien, „das hat die Holzmodule einfach nicht auf den Weg bekommen“.

Im fürs ABI zuständigen Baudezernat ist man derweil auf der Suche nach Fehlern. „Wir versuchen herauszufinden, warum das mit den Holzmodulen nicht geklappt hat“, sagt eine Sprecherin von Baudezernent Jan Schneider (CDU). Noch sei man am Eruieren der Situation, „im Moment sieht es aber so als, würden die Holzmodule im Winter kommen“.

Monate später wäre es dann mit der Erweiterung so weit, die die Schule entlasten soll. Langfristig soll dafür eine dritte Grundschule auf dem Riedberg gegründet werden. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) plant, diese neue Schule zum nächsten Schuljahr zu eröffnen. In Holzmodulen.

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