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Im Riedbergzentrum am Riedbergplatz treffen sich Anwohner. Schon außen an der Fassade entlang sind Waren zu erhalten.
Riedberg
Frankfurt

Riedbergzentrum besticht durch Schlichtheit

Von Joel Schmidt
11:09

Im Herzen des Riedbergs liegt das Riedbergzentrum. Besticht das 2008 eröffnete Einkaufszentrum von außen bereits vor allem durch seine modern zurückhaltende Architektur, spiegelt sich dies ebenfalls in der klaren Struktur und Aufgeräumtheit im Inneren wieder.

Denn auf den 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche findet sich auf den ersten Blick alles für den alltäglichen Bedarf: zwei große Supermärkte, einen Kiosk mit Postschalter, eine Drogerie, ein Spielwaren- und Buchladen sowie zwei kleinere Modegeschäfte. Dazu noch ein Bäcker und eine Filiale des traditionsreichen Cafés Wacker, welches, der modernen Ausrichtung des gesamten Riedbergs entsprechend, hier ausnahmsweise nicht im klassisch-traditionellen Ambiente eingerichtet ist, sondern vor allem durch die Verwendung zeitgemäßen, schwarzen Holzmobiliars überzeugt.

Auch wenn ein Großteil der Geschäfte schon seit Jahren im Riedbergzentrum vertreten ist, schleicht sich mit der Zeit doch auch immer wieder mal eine Neuerung ein. So wie zum Beispiel Feng Chens kleiner asiatischer Supermarkt „My Asia“, der erst im März dieses Jahres eröffnet hat und den die große Supermarktfiliale auf der gegenüberliegenden Seite fast zu erdrücken droht.

Chen hat den Laden eröffnet, „da hier auf dem Riedberg viele Menschen aus Asien leben“, wie er erzählt. Damit „die Leute nicht immer gleich in die Stadt fahren müssen, wenn sie mal asiatisch kochen wollen“, bietet er eine breite Produktpalette mit Lebensmitteln aus Indien, China, Vietnam und Japan an. Derzeit hat er sein Sortiment zwar noch nicht endgültig beisammen, hofft aber darauf, dass dies zum Ende des Sommers der Fall sein wird und „dass der Laden dadurch dann ein wenig bekannter“ wird, wie er sagt.

Über zu wenige Gäste kann das am Riedbergplatz gelegene Eiscafé „La Piazza“ nicht klagen. „Die Kunden lieben unser Eis“, sagt Eigentümer Davide Silvia. In der frühen Abendsonne sitzend und mit Blick auf die Riedbergallee erzählt er, dass es sowohl eine feste Stammkundschaft gibt, „wir aber gleichzeitig auch immer wieder neue Gesichter sehen, weil das Viertel hier beständig wächst“.

Das Erfolgsrezept des Eiscafés liege ganz einfach darin, „dass wir qualitativ sehr hochwertiges Eis mit super Zutaten anbieten“, sagt Silvia. Und tatsächlich weiß das Eis aus eigener Herstellung zu überzeugen, ganz unabhängig davon, ob es sich nun um die klassischen Sorten handelt oder um neuere Kreationen wie Salz-Karamell oder Limoncello. „Unsere Kunden sind neugierig, auch mal ausgefallenere Sorten zu probieren, dem Wunsch kommen wir mit Freude nach“, sagt Davide Silvia.

Auch ansonsten scheint das Riedbergzentrum von den Anwohnern gut angenommen zu werden. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits Beschwerden über zu wenige Parkplätze in der Tiefgarage oder über insbesondere am Wochenende zu lange Schlangen an der Supermarktkasse. Doch alles in allem lautet der Tenor, wie Besucher Reinhard Schenk sagt: „Hier habe ich alles, was ich brauche, es ist perfekt hier.“

Ebenso zufrieden zeigt sich Hans-Michael Fenderl mit dem derzeitigen Angebot und verweist bezüglich zu voller Supermarktkassen auf den im Bau befindlichen Edeka-Markt auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Riedbergzentrums, dessen Eröffnung die Situation entspannen sollte.

Der Betreiber des Riedbergzentrums, Andrezej Lyson, zeigt sich ebenfalls restlos zufrieden damit, wie sich das Zentrum im Stadtbezirk etabliert hat. Das Einzige, was ihn im Nachhinein ärgert, ist die Tatsache, „dass der Riedbergplatz so wenig einladend und grau geworden ist“. Denn ursprünglich sei für die heutige Betonwüste vor dem Riedbergzentrum, wie er berichtet, eine umfangreiche Begrünung angedacht gewesen, die von der Planungsgesellschaft Hessen-Agentur jedoch wegen der Kosten für die Bewässerung wieder gestrichen worden sei. In dem Brunnen mit Wasserfontänen spielt ein Kind, sonst ist alles grau. „Hätten wir das rechtzeitig gewusst, hätten wir selbstverständlich selbst die Kosten dafür übernommen“, sagt Lyson abschließend.

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