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Nach Wünschen der CDU soll eine Tramlinie zum Nordwestzentrum führen. (Symbolbild)
Verkehr in Frankfurt
Frankfurt

Tramlinie zum Nordwestzentrum

Von Florian Leclerc
10:28

Vom Nordwestzentrum über das Gewerbegebiet Praunheim bis zum Industriegebiet in Rödelheim soll eine neue Straßenbahnlinie führen. Das schlägt die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 vor - das Stadtteilparlament ist für die nordwestlichen Stadtteile Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim und Westhausen zuständig.

Perspektivisch soll die neue Straßenbahnlinie weiter vom Industriegebiet Rödelheim über die Postsiedlung am Biegwald zum Westbahnhof führen, so die Antragsteller Thomas Rätzke und Alexander Zollmann (beide CDU). Zunächst soll der Ortsbeirat über den Antrag beraten, bei positivem Ergebnis dann der Magistrat.

Der Vorschlag für die neue Tramlinie greift ein Vorhaben der Regionaltangente West (RTW) auf - die RTW ist eine geplante Schienenverbindung von Bad Homburg nach Neu-Isenburg beziehungsweise von Praunheim-Gewerbegebiet nach Dreieich-Buchschlag.

Die Regionaltangente soll perspektivisch nicht am Gewerbegebiet in Praunheim halten, sondern weiter bis zum Nordwestzentrum fahren, hatte Horst Amann, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, zuletzt ankündigt.

„Gemeinsam könnte eine Trasse mit der geplanten RTW Richtung Praunheim genutzt werden“, so die CDU-Fraktion in ihrem Antrag. Ob oberirdisch oder unterirdisch, müsse abgewogen werden.

Würde die Strecke unterirdisch geführt, wäre es allerdings keine Tramlinie mehr, sondern eine Linie für die Zweisystemfahrzeuge der RTW, die sowohl auf den Gleisen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) als auch auf denen der Deutschen Bahn fahren können. „Das sind frühe Stufen der politische Meinungsbildung“, sagte Horst Amann auf Anfrage. Auf die Streckenplanung der RTW hätten sie erst einen Einfluss, wenn sich Magistrat und Stadtverordnete dafür ausgesprochen hätten.

Überlastete Hauptstraßen

„Zunächst muss entschieden sein, ob der neue Stadtteil im Frankfurter Nordwesten auf einer oder auf beiden Seiten der Autobahn A5 entsteht, dann können gehen wir die Verkehrserschließung an“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 begründete die Tramlinie damit, dass in Frankfurt die Zahl der Einwohner und Pendler steige, die Verkehrsinfrastruktur aber nicht entsprechend mitwachse. Schon jetzt seien die Hauptstraßen im Frankfurter Nordwesten - Bernadotte- und Heerstraße, Guericke- und Westerbachstraße sowie die Ludwig-Landmann-Straße als Zubringer von der Autobahn - überlastet. Darunter litten die im Stau stehenden Autofahrer und die von Lärm und Emissionen belasteten Anwohner. Weil eine Umfahrung Praunheims politisch nicht durchsetzbar sei und Bund und Land nicht bereit seien, weitere Anschlüsse an die Autobahnen zuzulassen, setze sich die CDU-Fraktion für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein.

Die Verbesserung im ÖPNV sei nötig, weil das Gewerbegebiet nördlich der Heerstraße erweitert werden solle, der neue Stadtteil dort geplant sei; weil Continental seine Niederlassung vergrößern wolle und in Rödelheim westlich der Gaugrafenstraße eine Ausweitung des Gewerbeaufkommens vorgesehen sei.

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