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Bereits 2014 verfolgten zahlreiche Menschen die deutschen WM-Spiele am Gudes.
Feiern im Freien
Frankfurt

Urinal gegen Wildpinkler am Matthias-Beltz-Platz

Von Miriam Keilbach
15:09

Eine Toilettenanlage auf dem Matthias-Beltz-Platz, das hält der Ortsbeirat 3 für unrealistisch. Ein Dixi-Häuschen sei nicht nur hässlich und passe nicht zum aufgehübschten Platz, es sei auch anfällig für Vandalismus. „Und eine Anlage wie im Holzhausenpark ist zu teuer, das kriegen wir nicht durch“, sagt SPD-Fraktionschef Rüdiger Koch.

Am Dienstagabend kamen Vertreter des Ortsbeirats auf dem beliebten Platz zusammen, um über die jüngsten Beschwerden zu sprechen: Müll, Lärm und Wildpinkelei. Vor allem Bewohner der angrenzenden Häuser Friedberger Landstraße 105 und 107 klagen. Der Besitzer der 107 schrieb unlängst einen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und forderte Toiletten, weil Platzbesucher durch ein offenes Fenster in seinen Keller gepinkelt hätten. In der 105 trifft es vor allem den offenen Hauseingang.

Das Problem: Der Kiosk Gudes hat zwei Toiletten. Die sind zwar nicht sehr gepflegt, aber nutzbar – aber nur bis der Kiosk schließt. Das ist an vielen Abenden aber noch nicht das Ende der Feierei, weshalb vornehmlich Männer sich anderweitig behelfen. Das wiederum stinkt den Anwohnern. „Es muss eine Lösung für die Zeit nach 22 Uhr geben“, sagt Grünen-Fraktionschef Jochen Viehlauer. Er schlug vor, die Toiletten testweise über Nacht geöffnet zu lassen, was allerdings auf wenig Anklang bei den anderen Ortspolitikern stieß.

Am Merianplatz soll es demnächst einen Modellversuch geben, in dem die Toiletten, die zum Merianbad gehören, 24 Stunden geöffnet sind – unabhängig vom Restaurantbetrieb. Inwiefern sich die Erfahrungen übertragen lassen, ist offen. Koch plädiert für ein Urinal, das zum Kiosk gehört, aber separiert ist. Dann könnten nach 22 Uhr Männer die Toilette nutzen. Frauen seien ohnehin deutlich seltener unter Wildpinklern zu finden.

Was Lärm und Müll angeht, brauche man eine Lösung, die jeden Tag greife, sagt CDU-Fraktionschefin Claudia Ehrhardt. Sie berief sich auf Anwohner, die meldeten, dass zunächst vor allem Anwohner den 2013 umgestalteten Matthias-Beltz-Platz als Treffpunkt nutzten, nun aber vermehrt Besucher mit Autos vorfuhren. „Wer nicht hier wohnt, lässt seinen Müll eher mal liegen“, sagt sie. Derzeit ist der Platz morgens vollgemüllt, die Kioskbesitzer kümmern sich häufig darum, obwohl es nicht zu ihren Aufgaben gehört.

Während SPD und Grüne ein höheres Reinigungsintervall anvisierten, entgegnete Ehrhardt: „Die Mehrkosten werden auf die Anwohner umgelegt.“ Deshalb will der Ortsbeirat nun noch einmal an den Menschenverstand appellieren. Grünen-Urgestein Jörg Harraschain, der das Urban Gardening Projekt am Platz betreut, wünscht, dass der Ortsbeirat freitagabends vorbeikommt und eine Ansprache hält. Dabei soll auch noch einmal mit den Kiosk-Besitzern gesprochen werden, ob diese beim Schließen die Gäste darauf hinweisen können, sich ruhig zu verhalten und den Müll zu entsorgen. Plakate am Kiosk sollen sensibilisieren.

Harraschain setzt sich zudem für mehr Mülleimer ein. Eine Zeitlang gab es weiße Eimer an verschiedenen Stellen, die rege genutzt wurden. Sie wurden dann jedoch von der FES eingesammelt, weil es keine offiziellen Müllbehälter sind.

Ende Juli will sich der Ortsbeirat 3 erneut vor Ort mit Anwohnern, Gästen und den Kioskbetreibern treffen. Bislang haben Polizei und Ordnungsamt keine Hinweise auf Ruhestörung, wenn Anwohner sich belästigt fühlen, können sie sich unter der Nummer 212-4 40 44 melden.

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