© Peter Jülich, FR
Franziska Nori steht seit November 2014 an der Spitze des Frankfurter Kunstvereins.
Frankfurter Altstadt
Frankfurt

Skulptur als Attraktion des Festes

Von Claus-Jürgen Göpfert
13:12

Eine spektakuläre Skulptur soll die Attraktion bei der offiziellen Eröffnung der neuen Frankfurter Altstadt Ende September werden. „Die große Illusion“ heißt das neun Meter lange Werk der Frankfurter Bildhauer Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt. Die zwei Tonnen schwere Form aus gefalztem, gepixeltem Stahlblech wird auf dem Dach des Gebäudes des Frankfurter Kunstvereins am Römerberg platziert – sie überragt damit deutlich die 35 Häuser der neuen Altstadt.

Mehr als 500 000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland werden zu der Eröffnungsfeier vom 28. bis 30. September in Frankfurt erwartet. Die Kommune wirbt für ihre neue Altstadt gegenwärtig intensiv in Japan und der Volksrepublik China, aber auch in den USA.

„Das Material der Skulptur wird in einen Dialog mit der neuen Altstadt treten“, sagt die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins, Franziska Nori, im Gespräch mit der FR. „Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt sind zwei Künstler, die eine solche Herausforderung umsetzen können.“

Das polierte Stahlblech der Skulptur soll durch seine reflektierende Oberfläche schwerelos wirken. Ziel der Künstler ist es, die Realität der Umgebung in zahlreiche verunsichernde Brechungen zu zerlegen. Am 18. September beginnt mit Hilfe großer Kräne die Montage des Kunstwerks auf dem Dach des Kunstvereins. Das prominente Frankfurter Architekturbüro Schneider&Schumacher verantwortet den Bauantrag, das renommierte Ingenieurbüro Bollinger&Grohmann die komplizierte Statik.

Die Skulptur, die bis zum 17. März 2019 zu sehen sein wird, ist jedoch nur der eine Beitrag des Frankfurter Kunstvereins zum Eröffnungsfest für die Altstadt. Den zweiten liefert die Dresden Frankfurt Dance Company mit ihrem künstlerischen Leiter Jacopo Godani. An den Abenden des 29. und 30. September werden die Mitglieder des Ensembles hinter den Fensterfronten des Kunstvereins tänzerische performative Interventionen umsetzen.

Die großen Fenster des Gebäudes sollen dabei wie erhellte Schaukästen wirken und so eine Bühne bieten. Sie wird von weither für die Besucherinnen und Besucher des Eröffnungsfestes sichtbar sein.

Sowohl die große Außenskulptur als auch der Auftritt der Dresden Frankfurt Dance Company entsprechen ganz den Zielen, die sich die ehrgeizige Direktorin des Kunstvereins bei ihrem Amtsantritt im November 2014 gesetzt hatte. Sie will die traditionsreiche Kulturinstitution weit mehr als früher in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Das ist ihr mit Ausstellungen wie „Perception is Reality“ (2017) über virtuelle Welten durchaus gelungen, die von 30 000 Menschen gesehen wurde – Rekord für den Kunstverein.

Dieser steuert freilich nur zwei von mehr als 120 Programm-Punkten des Eröffnungsfestes der Altstadt bei. Die Feier kostet offiziell 1,5 Millionen Euro – Ausgaben, die die Römer-Opposition wie Linke und FDP als überzogen abgelehnen. Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Tourismus- und Congress-GmbH als verantwortlicher Organisator des Festes, verweist darauf, dass Sponsoren zur weiteren Finanzierung gewonnen wurden. Dazu sollen die Fluggesellschaft Lufthansa ebenso zählen wie der städtische Energieerzeuger Mainova.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will das Eröffnungsprogramm am 23. August vorstellen.

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