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Pläne für das historische Gasthaus Zur Sonne an der Berger Straße gibt es viele.
Gastronomie in Frankfurt
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Zukunft der „Sonne“ in Bornheim weiter offen

Von Boris Schlepper
14:34

Die Gaststätte Zur Sonne steht weiter zum Verkauf. Für 2,5 Millionen Euro ist das Traditionslokal an der Berger Straße noch immer im Internet zu finden. Nach wie vor ist unklar, was mit dem denkmalgeschützten Ensemble aus dem Jahr 1750 passiert.

Die Familie, der das Lokal seit 28 Jahren gehört, möchte es aus Altersgründen aufgeben. Zum Stand des Verkaufs wollten sie sich auf Anfrage der FR nicht äußern. Der Maklerin zufolge kann das Gebäude auch als Wohnraum umgenutzt und erweitert werden – etwa im Hof. Bauliche Änderungen seien jedoch nur in Abstimmung mit den Denkmalbehörden möglich, hat die Stadt bereits deutlich gemacht (die FR berichtete).

Mehr als 5400 Menschen haben sich in den vergangenen drei Monaten über eine Online-Petition für den Erhalt der „Sonne“ ausgesprochen. Thomas Becker, der die Aktion ins Rollen gebracht hat, ist begeistert von der Resonanz. Mehr Bürger als für die Petition nötig gewesen seien, hätten seinen Vorstoß unterstützt. Der Bornheimer möchte verhindern, dass das Traditionslokal geschlossen wird und stattdessen Wohnungen entstehen.

Die Unterschriften will Becker an Peter Feldmann übergeben. Vom Oberbürgermeister erwartet er, dass dieser sein Netzwerk nutzt. „Ich möchte mit ihm reden, was es alles für Möglichkeiten gibt.“ Derzeit versuche er, einen Termin zu vereinbaren. Nach wie vor verfolgt Becker zudem die Idee, ein Crowdfunding zu starten, bei dem viele Bornheimer zusammenlegen, um die Gaststätte zu kaufen.

Verein Inter Esse will Kulturzentrum

Interesse an der 1300 Quadratmeter großen Immobilie hat nach wie vor der Verein Inter Esse. Die Gruppe will die Sonne in eine Art Kulturzentrum mit gemischter Nutzung umwandeln, sagt Mitgründer Roland Lüpold. „Wir möchten einen nichtkommerziellen Raum schaffen, der der Völkerverständigung und der Förderung von bürgerschaftlichen Engagement dient.“

So soll es auch künftig ein Lokal geben. Dieses könnte mit Gemüse des Projekts „Solidarische Landwirtschaft“ (Solawi) versorgt werden. Zudem suche Solawi in Bornheim ein Depot. „Da bietet sich die Sonne an.“ Inter Esse schwebt zudem vor, Workshops im Musik- und Kulturbereich sowie zur nachhaltigen Bildung anzubieten. Angedacht ist auch ein Programm, etwa mit Konzerten und Lesungen, sagt Lüpold. Überdies habe sich das Frankfurter Puppentheater gemeldet, das Räume suche.

In den Wohnräumen der Gaststätte könnten schwererziehbare oder straffällige Jugendliche wohnen, die in die Vereinsarbeit integriert werden könnten, schwebt Lüpold vor. Das Geld will er über eine Mischfinanzierung mit Crowdfunding, Stiftungs- und Fördergelder zusammenbekommen. Lüpold hofft, dass der Verein das Lokal bereits im Winter übernehmen kann.

Das Deutsche Apfelweinmuseum, für das ein Trägerverein seit 2012 ein Domizil sucht, ist Gerüchten zum Trotz nicht an der Liegenschaft interessiert. Die Sonne liege nicht ausreichend zentral und sei auch nicht gut mit dem Wagen zu erreichen, sagt Apfelweinproduzent und Sprecher des Vereins Günter Possmann. Er bevorzuge den Ratskeller unter dem Römer. Im kommenden Monat werde er darüber mit Feldmann sprechen.

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