© Renate Hoyer, FR
Die neue Altstadt – hier der Hühnermarkt.
Neue Altstadt Frankfurt
Frankfurt

Ein Geschichtsheft zur Altstadt

Von Claus-Jürgen Göpfert
20:48

Mit dem spektakulärsten Gebäude der neuen Frankfurter Altstadt, der Goldenen Waage, beschließt die Frankfurter Rundschau heute ihre 14-teilige Serie über die Rekonstruktionen im neuen Quartier. Kein anderes städtebauliches Projekt der jüngeren Vergangenheit in Frankfurt hat so viele Menschen bewegt und solche Emotionen provoziert – im positiven wie negativen Sinne. Städtebauliche Reparatur oder doch nur ein „Disneyland“ für Touristen? Das Quartier lockt täglich viele Besucherinnen und Besucher an – mehr als 5000 sind es im Durchschnitt.

Jenseits der aktuellen Berichterstattung legt die FR deshalb ein neues Geschichtsheft zu diesem Thema auf – unter dem Titel: „Die neue Altstadt“. Die 82-seitige Publikation wird am 21. September erscheinen, eine Woche also vor dem großen Eröffnungsfest vom 28. bis 30. September, zu dem mehr als eine halbe Million Menschen aus nah und fern in der Altstadt erwartet werden.

Acht Autorinnen und Autoren der FR haben sich zusammengetan, um das Thema Altstadt unter verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten. So geben wir einen Einblick in das Leben dort im 19. Jahrhundert und berichten über die Sanierungsarbeiten Anfang des 20. Jahrhunderts.

Als prominenter Zeitzeuge, der die historische Altstadt vor ihrer Zerstörung 1944 noch erlebt hat, berichtet der heute 96-jährige frühere Stadtkämmerer Ernst Gerhardt (CDU). Wir zeigen, wie es zum politischen Beschluss über das Quartier der neuen Altstadt kam und wie sich die etablierten Politiker im Römer dabei von kleinen, aber lautstarken Bürgergruppen treiben ließen.

Der Architekt Jochem Jourdan spricht im Interview über die hochkomplizierte Aufgabe, die Goldene Waage zu rekonstruieren. Wir erfahren, was sich die Tourismusexperten der Stadt vom neuen Viertel erhoffen – mindestens zwei Millionen Besucher aus aller Welt im Jahr – und vieles mehr. Auch dieses Geschichtsheft birgt kurze Porträts der insgesamt 15 aufwendig rekonstruierten Gebäude.

Aus Anlass der offiziellen Eröffnung der neuen Altstadt gibt es aber noch andere wichtige Beiträge. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) zeigt vom 22. September an die Ausstellung „Die immer neue Altstadt“ und geht auf das Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900 ein. Zur politischen, städtebaulichen und architektonischen Debatte bringt das DAM auch ein Buch heraus. Der gemeinnützige Kinoverein Filmkollektiv Frankfurt wird zwischen 26. September und 30. Oktober eine Filmreihe zu Architektur und Stadtentwicklung in Frankfurt auflegen. Es sind 70 zumeist kurze Produktionen von 1896 bis zur Gegenwart zu sehen. Am 26. September um 20.30 Uhr präsentiert das Deutsche Filmmuseum „Die Frankfurter Altstadt in selten gezeigten Filmen der 1930er bis 1980er Jahre“. Am 29. September geht es in der Evangelischen Akademie am Römerberg um fünf historische Dokumentarfilme von 1926 bis 2016.

Am heutigen Montag, 20. August, diskutieren die Stadtverordneten in öffentlicher Sitzung über die neue Altstadt (Sonderausschuss Dom-Römer, 17.30 Uhr, Rathaus-Südbau, Bethmannstraße 3, Sitzungssaal 310).

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