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SPD-Mann Rüdiger Koch (links) und Anwohner im Gespräch mit ?Gudes?-Betreiber Felix Wegener (rechts).
Nordend
Frankfurt

Klagen über Lärm am Matthias-Beltz-Platz

Von Miriam Keilbach
11:36

Auf dem Boden lag am Morgen ein Plakat. „Du hupst, wir trinken“ stand darauf. Abends, erzählt eine Anwohnerin, habe eine Gruppe junger Männer Autos auf der Friedberger Landstraße angehalten, mit der Aufforderung, dem Plakat Folge zu leisten. Ein Anwohner zeigt in den Hauseingang der Hausnummer 105. „Pipi“, sagt er, „alles voller Pipi. Das stinkt.“

Am gestrigen Dienstag trafen sich Anwohner, Ortsbeirat und „Gudes“-Betreiber Felix Wegener am Matthias-Beltz-Platz, um über Lärm, Müll und Wildpinkelei zu sprechen. Seit Monaten bereits tragen Anwohner im Stadtteilgremium immer wieder vor, wie stark sie unter Lärm, Müll und Uringestank leiden. „Ich sage manchmal schon Leuten, dass sie ihre Box leiser machen sollen“, sagt Wegener. „Aber es ist ein öffentlicher Platz, da habe ich überhaupt keine Handhabe.“

Das Wasserhäuschen versucht den Anwohnern entgegen zu kommen. Es schließt um 22 Uhr, nicht um 24 Uhr, freitags sogar schon um 21 Uhr. Jahrelang hat Wegener morgens den Platz aufgeräumt, inzwischen kommt samstags und sonntags mittags die FES. Wer seine Toiletten nutzen möchte, kann das tun, dafür muss man kein Kiosk-Kunde sein. Doch sobald das Kiosk schließt, schließt die Toilette und an manchem warmen Sommertag sitzen Dutzende Leute bis tief in die Nacht auf dem Platz, reden, singen, trinken, hören Musik. Lieferdienste bringen Pizzen. Das stört Anwohner, die schlafen wollen.

„Es war gewünscht, dass der Platz angenommen wird, das ist passiert. Nun sollte die Stadt mehr machen, damit Regeln eingehalten werden“, sagt Wegener. Das wünschen sich auch Anwohner. Oft hörten sie an der Hotline, dass die Belebung politisch gewünscht sei. Manchmal käme ein Polizeiauto, fahre allerdings nur um den Platz herum. „Wenn man die Polizei anruft, heißt es, es sei in der Stadt zu viel los“, klagt eine Anwohnerin.

„Da darf sich jeder aufhalten, die ganze Nacht über“

„Es ist ein öffentlicher Platz, da darf sich jeder aufhalten, die ganze Nacht über“, sagt Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Doch es gelten natürlich Regeln, etwa was die Lautstärke betrifft. Deshalb sammelte der Ortsbeirat nun einige Vorschläge, die in die politischen Ämter eingebracht werden sollen. Es sollen zwei, drei große Müllbehälter aufgestellt werden. Bislang gibt es nur einen, der vor Pizzakartons überquillt. Außerdem wird das „Gudes“ auf Facebook auf die Regeln hinweisen, beim Ordnungsamt wird eine Fußstreife angefragt und es wird geprüft, ob ein Urinal installiert werden kann.

Das reicht einigen Anwohnern nicht. „Wo sollen denn die Frauen hin, die hier einfach die Röcke hochheben?“, fragt eine Dame. Sie plädierte auf einen Mann, der an der Toilette sitze. Aber irgendwo müsse man anfangen, entgegnet Anwohner Markus G.

Der Fehler liege schon an der Planung, sagt er. Durch die Stufen und den Kies-Belag könnten die FES-Maschinen den Platz nicht reinigen. Eine Anwohnerin wünscht sich deshalb, den Platz mit Hecken zu begrünen, damit sich dort keine Menschen mehr aufhielten. „Der Wert des Platzes liegt darin, dass sich Leute dort treffen“, sagt SPD-Fraktionschef Rüdiger Koch.

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