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Sonja Tesch erzählt über ihre Großmutter Johanna.
NS-Opfer in Frankfurt
Frankfurt

Briefe von Oma Tesch

Von Judith Gratza
10:15

Jeden Tag fällt ihr Name hundertfach in der Ansage der U7 — doch wer weiß genau, warum ein Platz im Riederwald Johanna Teschs Namen trägt? Das möchte der SPD-Ortsverein Riederwald vor Ort ergründen und lädt für Freitag, 20. Juli, um 19 Uhr in den Riederwald.

Im dortigen Licht- und Luftbad wird Sonja Tesch Briefe ihrer Großmutter vorlesen, die diese in der Weimarer Zeit und der NS-Zeit verfasst hat. Anschließend wird Sonja Tesch Fragen der Teilnehmer beantworten. Die Veranstaltung trägt den Titel „Menschen und Rechte — Briefe von Johanna Tesch“.

Die 1875 geborene Johanna Tesch war als Abgeordnete der Deutschen Nationalversammlung von 1919 eine der Mütter der Weimarer Republik und später Mitglied der SPD-Fraktion im Reichstag. Sie wohnte im Riederwald.

Heute erinnert eine Gedenktafel Am Alten Volkshaus an die Stelle, wo sie oft am Fenster saß und allen, die vorbeikamen, Fragen beantwortete und Ratschläge gab. 1944 wurde sie von Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt, wo sie 1945 entkräftet starb. „Johanna Tesch ist für uns im Riederwald ein Vorbild, ihr Leben wirkt bis heute fort“, sagt Raven Kirchner, der Vorsitzende der Sozialdemokraten im Riederwald.

Erst vor einigen Wochen hatten Schüler der Pestalozzischule im Riederwald mit einem Projekt über Tesch den Frankfurter Schulpreis gewonnen. Auch die Grundschüler sind – sofern nicht in den Ferien weggefahren – von der SPD zur Lesung eingeladen.

„Wir freuen uns sehr, dass Sonja Tesch in die Heimat ihrer Großmutter kommt, um uns mehr über den Menschen hinter der Gedenktafel in der Max-Hirsch-Straße zu erzählen.“ 

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