© Monika Müller, FR
Einer der 30 Teilnehmer zeigt sein Können im Hafenpark.
Ostend
Frankfurt

Der König vom Skatepark

Von Clemens Dörrenberg
14:51

Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Samstag im Skatepark. Alle möglichen Leute auf Rollbrettern, BMX-Rädern und Tretrollern wuseln über die Betonwellen der Anlage des Hafenparks, üben ihre Tricks ohne und mit Hindernissen, springen darüber hinweg und rutschen daran entlang.

Aber einige Pavillons, an denen Getränke verkauft werden und T-Shirts baumeln, verraten es: Der Frankfurter Skateboard-Verein „Concrete Skate“ richtet seinen Wettbewerb aus, bei dem rund 30 Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen um Sachpreise mitfahren. Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus erfahrenen Skatern – der älteste ist fast 50 –, bewertet die Läufe und Sprünge. Der jüngste Teilnehmer ist neun Jahre alt.

Neben der traditionellen Variante in der „Bowl“, der Schüssel aus Beton, gibt es einen Wettkampf im „Sliden“, also Weitrutschen, indem die Rollen der Skateboards quer gestellt werden, sowie Weitsprung. Der 19-jährige Kaspar, selbst Teilnehmer, steht am Rand, auf sein Brett gestützt und schaut den anderen Fahrern zu.

Die Sonne brennt gnadenlos

„Wooh“, entfährt es ihm, als ein Skater, die Knie gebeugt, fast im Sitzen, über eine hohe Betonwelle rutscht. Ein „Birdslide“, erklärt der Hanauer. „Das Publikum ist echt lahm“, befindet er. In der Tat herrscht wenig Stimmung. Die Sonne brennt aber auch gnadenlos vom Himmel. Es gibt kaum Schattenplätze.

Auf rund 100 schätzt Lukas Magnin, stellvertretender Vorsitzender von Concrete Skate, die Besucherzahl. „Mit 200 haben wir kalkuliert“, sagt der 24-Jährige. Die Atmosphäre unter den Fahrern ist entspannt, der Wettkampfgedanke weniger präsent. „Wir suchen den King vom Skatepark, aber mit einem lachenden Auge“, so Magnin.

Währenddessen läuft Johanna Bohn, ebenfalls vom Verein, eilig mit einer Kabeltrommel über das Gelände. Der Strom an einer der Zapfstationen, die die Stadt dem Verein zur Verfügung gestellt hat, ist ausgefallen. Kurze Zeit später ist das Problem behoben und es dröhnen Gitarrenriffs, gefolgt von Hip-Hop-Musik, durch die Boxen. Bohn hält wenige Momente später ein Mikro in der Hand und moderiert die nächsten Fahrer an. Die 34-Jährige hat als einzige Frau auch bei einer der Disziplinen mitgemacht.

Seit einigen Jahren veranstaltet der Verein, der ursprünglich mit dem Zweck gegründet wurde, einen Skatepark in Frankfurt zu bekommen, den „Contest“ auf dem selbst mitgestalteten Gelände. Nachdem der Park vor etwa sechs Jahren fertig gebaut war, hat sich der Verein neue Ziele gesetzt, wie die Nachwuchsförderung sowie die Forderung von verbesserten Bedingungen bestehender Anlagen. Als Beispiel nennt Magnin den Skatepark unter der Friedensbrücke, der reparaturbedürftig sei. „Wir wollen die Stadt skatebarer machen“, sagt Bohn. Aktuell suche der Verein nach einer Halle, „so zentral wie möglich, minimum 100 Quadratmeter, drei bis vier Meter hohe Decken“.

Kaspar sagt über die Anlage im Hafenpark: „Ich komme immer hierhin“. Er schätzt die „gute Skate-Szene, die voll netten Leute und den Eins-A-Park“. Alt und Jung würden sich hier treffen. Beim Contest mitzufahren, mache er in erster Linie aus Spaß. „Ich habe aber auch Bock, zu gewinnen“, ergänzt er und hofft , ins Finale zu kommen.

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