© Alex Kraus, FR
Rüdiger Koch engagiert sich vielseitig im Nordend.
Power am Tower in Frankfurt
Frankfurt

„Nur wenige Jugendliche wissen, was der Stadtteil ihnen bietet“

Von Boris Schlepper
10:19

Am Freitag findet in Bornheim Mitte Power am Tower rund um das Uhrtürmchen statt. Die Veranstaltung wird jährlich vom Stadtteilarbeitskreis Nordend/Bornheim organisiert. Mitglied Rüdiger Koch erläutert, warum dieses Event so wichtig für die östlichen Stadtteile ist.

Herr Koch, 29 Jahre Power am Tower, warum brauchen Sie immer noch diese Plattform?
Die Fluktuation in den beiden Stadtteilen ist groß. Es wäre wunderbar, wenn irgendwann klar wäre, was es alles für Angebot für Kinder und Jugendliche im Nordend und in Bornheim gibt. Doch nicht einmal bei den Jugendlichen ist es so, dass sie wissen, was es für Einrichtungen und Vereine gibt, die auch größtenteils Mitglied im Stadtteilarbeitskreis sind.

War das auch die ursprüngliche Idee des Festes?
Ursprünglich gab es die Idee, dass alle Mitglieder einmal im Jahr ein Fest organisieren, um mit den Kindern und Jugendlichen zu feiern und den Zusammenhalt zu stärken. Inzwischen steht im Mittelpunkt, über die Kinder- und Jugend-Einrichtungen und deren Arbeit in den beiden Stadtteilen zu informieren und in das direkte Gespräch mit den Bürgern zu kommen. Dementsprechend wird es am Freitag 23 Stände geben, wo wir uns präsentieren.

Reicht das denn?
Seit einigen Jahren organisiert der Arbeitskreis zusätzlich die Aktion „Schwellen runter“. In der IGS Nordend und der Friedrich-Ebert-Schule werden die achten Jahrgänge informiert, was es für Freizeit- und Beratungsangebote für die Jugendlichen gibt.

Wäre es nicht einfacher, wenn die Stadt die Aufgabe übernähme, über bestehende Angebote zu informieren? Stadtweit?
Die Stadt tut das ja, im Internet und über viele Flyer und Broschüren, und sie stellt auch einen wichtigen Teil der Finanzierung von Power am Tower. Aber das ersetzt nicht das Herzblut und die Kompetenz der Menschen aus den Einrichtungen vor Ort.

Können denn alle Einrichtungen den Aufwand leisten?
Nicht jede, aber die meisten aus dem Arbeitskreis sind dabei. Die Ressourcen in der Kinder- und Jugendarbeit sind oft knapp bemessen. Bisher sind wir fest davon überzeugt, dass sich diese ganze Anstrengung im Interesse unserer Zielgruppen, der Kinder, Jugendlichen und Familien aus den Stadtteilen lohnt. „Power am Tower“ und „Schwellen runter“ gehören sozusagen zur DNA des Stadtteilarbeitskreises.

Ziel des Arbeitskreises ist es, sich mehr zu vernetzen, gegenseitig zu informieren und die Kooperation zwischen allen Mitgliedern zu stärken. Wie kann das konkret aussehen, wenn Sie sich einmal im Monat treffen?
Natürlich kommt niemand aus unseren Treffen heraus mit einer Tüte voller fertiger Lösungen. Die Gespräche helfen, eine Meinung zu bilden. Vor kurzem haben wir etwa über Partizipation diskutiert. Einrichtungen berichten, welche Ansätze der Beteiligung sie verfolgen, wie weit die Mitbestimmung von Jugendlichen gehen kann und welche Grenzen es gibt. Unsere Mitglieder sehen daran, wie es die anderen machen, ob sie davon etwas übernehmen können oder neue Wege einschlagen müssen.

Trotzdem gibt es bei Power am Tower Angebote für Kinder, wie Hüpfburg und Rollrutsche
Während sich die Eltern informieren, können die Kinder spielen. Das Fest soll ja auch allen Spaß machen – übrigens auch den teilnehmenden Einrichtungen selbst.

Lesen Sie weitere Berichte aus Bornheim   Zur Startseite