© Monika Müller, FR
Picknick mit Sinfonieorchester - viele Besucher machen es sich mit Decken gemütlich.
Sinfonieorchchester
Frankfurt

Europa Open Air lockt Tausende an die Weseler Werft

Von Nathanael Häfner
22:23

Die Rolltreppe an der Haltestelle Ostendstraße ist gefüllt mit Klappstuhl tragenden Menschen. Der Strom zieht am EZB-Gebäude vorbei in Richtung Main. Auch dieses Jahr hat das Europa Open Air wieder Tausende Menschen an die Weseler Werft gezogen. Die HR-Bigband und das HR-Sinfonieorchester lockten bei freiem Eintritt Viele – auch auf der anderen Mainseite.
„Guten Abend Frankfurt“, eröffnet die litauische Sängerin Viktorija Gecyte um 18 Uhr das große Spektakel. Sie begleitet die HR-Bigband eine Stunde lang mit feinsten Jazztönen. Das diesjährige Partnerland ist Litauen, das im Oktober 100 Jahre Unabhängigkeit feiert. 

Doch die festliche Atmosphäre ist nicht von Dauer: Gegen 20.30 Uhr wird von der Bühne her verkündet, dass das Konzert abgebrochen werden muss. Grund ist eine Gewitterwarnung für den späteren Abend. Ein Sprecher der Polizei berichtet der Frankfurter Rundschau, die Veranstalter hätten sich zu diesem Schritt entschieden, „um keine Veranstaltungsteilnehmer zu gefährden“. Gegen 21 Uhr teilt die Pressestelle des HR über Twitter mit, dass das Open Air abgesagt sei und die Besucher bereits das Gelände verließen. Man bedanke sich für das Verständnis. 

Doch bis etwa 20 Uhr ist die Stimmung im Publikum bestens. So wie bei den beiden Gießener Studentinnen Klara und Eva, die sich einen der begehrten Plätze an einem Biertisch direkt vor der Hauptbühne sichern konnten. Sie sind eigentlich zu fünft unterwegs, haben sich aber wegen der beiden Plätze aufgeteilt. 

Seit 16 Uhr konnten Besucherinnen und Besucher auf das Werftgelände. Am Eingang an der Horst-Schulmann-Straße standen sie zum Teil bis an die Straßenkreuzung, viel mehr als 15 Minuten warteten die meisten aber nicht. Trotzdem wünscht sich die Studentin Nina mehr Eingänge fürs nächste Mal. Sie hat es sich mit ihrer Freundin am Rand auf einer schmalen Wiese mit Decke gemütlich gemacht. „Ohne die Kräne und Aufbauten hätten wir eine bessere Sicht“, sagt Nina zudem. Aber das ändert nichts an ihrer Vorfreude. Die beiden sind vor allem wegen des HR-Sinfonieorchesters gekommen. 

Am Abend sind auch viele Familien mit ihren Kindern unterwegs. Burkhard und Sohn Maximilian aus Bad Soden-Salmünster haben sich spontan am Mittwochmorgen entschieden, zu kommen. „Wir haben im Radio vom Open Air gehört“, sagt Burkhard bei einer Currywurst. Sein Sohn freut sich vor allem auf die Bigband. Die beiden stehen hinten bei den Essensständen, wo Zuhörende weit von der Hauptbühne entfernt sind. Die besten Plätze sind direkt davor an den Biertischen. „Da sind aber manche schnell hingerannt, die sonst seit Jahren nicht joggen“, scherzt der Moderator zum Auftakt. Hinter den Biertischen ähnelt das Open Air einem großen Picknick.

Zwischen alten Klappstühlen und Decken helfen sich auch einige Besucherinnen und Besucher mit Schirmen gegen die Sonne – die aus Sicherheitsgründen eigentlich verboten sind. Viele Berufstätige, die erst nach 18 Uhr in Anzug oder Kostüm dazukommen, müssen dagegen stehen. Bis der Abend dann abrupt endet. 

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