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Bornheims erste Straußwirtschaft öffnet am heutigen Samstag, 4. August in den Arkaden von St. Josef an der Berger Straße 135. Annette Gloser und Winzer Marco Hofmann hatten die Idee dazu.
Straußwirtschaft in Frankfurt-Bornheim
Frankfurt

Bornheims erste Straußwirtschaft öffnet

Von Boris Schlepper
08:30

Wein gibt es in der Kirche eigentlich nur zu Messen. In St. Josef wird sich das vom heutigen Samstag an ändern. Bis zum 17. August wird in den Arkaden des Gotteshauses an der Berger Straße 135 eine Straußwirtschaft öffnen. Bis auf sonntags wird dort täglich von 16 bis 22 Uhr Riesling ausgeschenkt.

Die Idee zu Bornheims erster Straußwirtschaft hatten Winzer Marco Hofmann und Annette Gloser. „Wir wollen eine temporäre Begegnungsstätte schaffen, wo sich die Leute treffen und miteinander reden können“, sagt Gloser, die seit 1991 an ungewöhnlichen Orten Kunstprojekte organisiert und sich als Mentorin um Stadtteilbotschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft kümmert. Vor allem die Menschen in der Nachbarschaft wollten sie ansprechen. In Zeiten des „virtuellen Wahns“ „dürsten viele nach echter Kommunikation“, ist Gloser überzeugt. Das zeige sich derzeit stadtweit auch auf öffentlichen Plätzen und in den Parks und Grünanlagen.

In den Arkaden der Bornheimer Kirche sollen die Bürger sich von heute an zusammensetzen können. Angeboten werden Handkäs’ und täglich eine andere Quiche. Und Riesling und Spätburgunder von Hofmanns Gut in Bacharach im Mittelrheintal. Seit 2002 kümmert sich der im Nordend wohnende Winzer um einen kleinen Betrieb, „als Nebenerwerb mit jährlich 2000 Flaschen“, wie er sagt. Hauptberuflich arbeitet Hofmann als Wissenschaftler an der Hochschule für Weinbau Geisenheim.

Schon lange habe er geplant, in Frankfurt mit seinen Weinen präsenter zu sein, so Hofmann. Doch bislang habe er es nur auf das Rotlintstraßenfest geschafft. Jetzt also die Berger Straße.

Die Arkaden von St. Josef böten sich an, sagt Annette Gloser. „Der Ort ist wie eine Oase.“ Der Verwaltungsrat der katholischen Pfarrei habe die Idee positiv aufgenommen. Lediglich sonntags habe die Kirche wegen des Gottesdienstes keinen Weinausschank gewollt. Zunächst zwei Wochen soll die Straußwirtschaft laufen. „Wenn es gut geht, wollen wir das nächstes Jahr wiederholen.“

Straußwirtschaften, also saisonal geöffnete Lokale, in denen die Winzer und Weinbauern ihre Erzeugnisse nur temporär verkaufen, gibt es in Hessen bislang vor allem im Rheingau. In den vergangenen Jahren gab es zudem eine Straußwirtschaft in Bergen-Enkheim - wo allerdings selbst gekelterter Apfelwein ausgeschenkt wurde.

Die Straußwirtschaft in den Arkaden von St. Josef, Berger Straße 135, hat bis zum 17. August bis auf sonntags täglich von 16 bis 22 Uhr geöffnet.

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