© Rolf Oeser, FR
Hält den Arzt fern und die Artenvielfalt am Leben: Apfelbaum auf der Streuobstwiese.
„Streuobsttag“
Frankfurt

Plan für Streuobstwiesen

Von Thomas Stillbauer
12:31

Wie kann es gelingen, Streuobstwiesen dauerhaft zu erhalten? Die Frage stand im Zentrum beim ersten „Streuobsttag“ des Regionalverbands Rhein-Main auf dem Lohrberg. Als Antwort verabschiedeten die etwa 90 Teilnehmer gemeinsam eine „Lohrberger Erklärung“ mit fünf Vorhaben.

Geplant ist demnach eine Datenbank, die Streuobstwiesen verzeichnet, samt Anzahl der Bäume, Besitzverhältnissen, Sorten, Alter und weiteren Details. Zweitens wollen die Teilnehmer umfassend aufklären und schulen: „Jedes Kind soll in seiner Schulzeit einmal eine Streuobstwiesen-Aktion erleben“, heißt es in der Erklärung. Zur Sprache kommen sollen auch Punkte wie Obstdiebstahl und das Hundeverhalten auf den Wiesen.

Das Internet kommt ebenfalls ins Spiel: Dort planen die Unterzeichner ein Infoportal, das auch einen Ansprechpartner in der Region benennt – den sogenannten Streuobstlotsen. Viertens steht eine Streuobstbörse auf der Projektliste, die Angebot und Nachfrage für Grundstücke bündelt. Und schließlich macht sich der Streuobsttag für ein einheitliches Marketing stark, das die Wiesen als Räume des Erlebens und Erholens bekannter macht. „Hiermit soll auch die Lust geweckt werden, sich für Streuobst zu engagieren“, heißt es in der Erklärung.

Wer soll das bezahlen? Das Land Hessen sei gefordert, sagte Rouven Kötter, der Erste Beigeordnete des Regionalverbandes: „Das Land muss auch ein Interesse an dieser wichtigen Arbeit haben.“

Als ein Hauptproblem identifizierte der Streuobsttag, dass es meist ältere Menschen seien, die das Wissen über die Streuobstwiesen und ihre Nutzung noch hätten. Häufig könnten sie die Pflege nicht mehr selbst übernehmen. In der Folge fielen Wiesen brach, das Obst bleibe ungeerntet. Bei der Suche nach Lösungen hätten die Vertreter der Regionen viele gute Ideen entwickelt, lobte die Versammlung: etwa die kombinierte Nutzung der Wiesen durch Obstbauern und Schäfer, aber auch die Ausweitung der Obstbaumwiesenrouten für Wanderer.

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