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Tanzen für die Liebe.
Tanzdemo
Frankfurt

Frankfurt tanzt für die Liebe

Von Steven Micksch
07:29

Am Samstagabend herrschte eine besondere Stimmung auf dem Goetheplatz. Die Statue des Dichters war in rosa Licht getaucht, ein Peace-Zeichen hing an ihrem Sockel und zu lauter Musik tanzten Hunderte ausgelassen. Die zweite Auflage der Tanzdemo „Liebe ist meine Religion – Musik ist meine Sprache“ passte gut zum nicht weit entfernten „Rock gegen rechts“ auf dem Opernplatz. „Unglaublich, wie viele heute wieder hier waren“, sagte Mitorganisator Mengi Zeleke.

Zuvor, am frühen Abend, standen einige Hundert Menschen um das Mischpult vor der Statue und hörten sich die Rede von Schirmherr und Oberbürgermeister Peter Feldmann an. „Frankfurt sendet ein Signal für den Frieden in die Welt“, sagte das Stadtoberhaupt. Vielfalt sei das, was die Stadt ausmache, was sie reich gemacht habe und sie sei das, „was wir verteidigen – gestern, heute, morgen und für immer“. Obwohl Frankfurt eine Stadt der Toleranz sei, werde man Leute nicht akzeptieren, die Hass, Antisemitismus und Islamophobie lehren wollten.

Dustin und Dennis aus Frankfurt waren am späten Abend zur Tanzdemo zurückgekommen. Am Nachmittag hätten sie schon mal die Stimmung genossen, seien dann zum „Rock gegen rechts“ gegangen und nun wieder zurück. „Es ist ein tolles Gegenprogramm zur Zeil, aber ich hätte gedacht, dass es abends jetzt noch etwas voller hier wäre“, sagte Dustin. Dennis freute sich, dass der Goetheplatz endlich mal für etwas Sinnvolles genutzt werde. „Hier ist sonst selten was, aber das ist mal eine supergute Botschaft.“ Solche Veranstaltungen sollte es in Frankfurt viel öfter geben, waren sich beide einig.

Etwas weiter vorne tanzte Martina mit einem Schild in der Hand – „Liebe ist meine Religion“ war darauf zu lesen. „Ich war schon voriges Jahr hier gewesen und es ist einfach klasse.“ Sie möge die Musik und die tolle Atmosphäre. „Mit Tanz kann man nichts Schlechtes machen“, sagte die Frankfurterin. Er verbinde über alle Grenzen hinweg. „Ich habe bemerkt, dass alle hier sich anlächeln. Das ist einfach super.“

Für Mengi Zeleke besteht kein Zweifel, dass die Tanzdemo im nächsten Jahr wieder stattfindet. „Es geht nicht nur ums Feiern, es geht darum, Haltung zu zeigen.“ Mit Liebe zerstöre man Barrieren und mit Emotionen hole man die Leute ab. So wie die vielen Hundert an diesem Samstag.

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