© Christoph Boeckheler, FR
Der fertig sanierte Adler im September 2017.
Höchst
Frankfurt

Ausgezeichnetes Denkmal

Von George Grodensky
08:33

Die Höchster Altstadt ist um eine Attraktion reicher. Das Land Hessen hat die halbstädtische Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft KEG mit einem Preis für Denkmalschutz geehrt. Gedacht ist die Auszeichnung für vorbildliches Engagement in der Denkmalpflege. Konkret würdigt das Land den Einsatz der KEG bei der Sanierung des Goldenen Adlers an der Bolongarostraße 156.

Der Adler blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Haus stammt aus dem Jahr 1650, war jahrhundertelang Gaststätte, der Keller ist zu Teilen aus dem 13. Jahrhundert. In den 1970ern haben Frevler das Fachwerk verputzt, anschließend kaum etwas für die Instandhaltung getan. Das Haus stand durch jahrzehntelange Vernachlässigung kurz vor dem Einsturz.

2011 mussten Fachleute sogar eine Notsicherung an der Außenwand anbringen, der Putz drohte abzufallen, auf die Passanten. Die KEG hat den Adler 2014 nach zähen Verhandlungen übernommen. Zuvor hat es dem bunten Strauss an ehemaligen Henninger-Gaststätten angehört, die Götz-Immobilien aus Mannheim erworben hatte. Die KEG hat von 2016 bis 2017 saniert. 2,5 Millionen Euro hat das gekostet.

Die Verärgerung über den Zustand der Gebäude war in der Höchster Bevölkerung sehr groß, ebenso wie ihr Engagement für den Erhalt der Baudenkmäler, sagt die Denkmaljury. Die lobt zudem, dass die Architekten sich dabei nicht nur dem Fachwerkbau an der Bolongarostraße 156 gewidmet haben, es bildet ein Ensemble mit dem gründerzeitliche Wohnhaus an der Straße „Nach dem Brand 2“.

Die Gebäude umschließen einen Innenhof. In Größe und Lage wirken die Bauten prägend auf das Stadtbild. Bemerkenswert sei zudem die hohe Dichte von erhaltenen bauhistorischen Ausstattungsmerkmalen, insbesondere im Inneren der Gebäude. Heute beherbergt der Adler betreute Wohngemeinschaften von Jugendlichen, die von ihren Familien getrennt leben müssen. Träger ist der Verein Arbeits- und Erziehungshilfe.

Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, wird er für Besucher geöffnet. Denkmalpfleger Gerrit Heidenfelder bietet eine Führung an. Sie beginnt um 10.30 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich, telefonisch unter 21 23 61 99 oder per Mail an denkmalamt@stadt-frankfurt.de. Weitere Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

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